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Reichensteuer: eine dreiste Volksverdummung

Millionengehälter für Spitzensportler oder Showstars sind in Ordnung, wenn sie Tore schießen oder Quote bringen, was beides das Gleiche ist. Selbst die moralinsaure Talkmasterin Maischberger wird bezahlt wie eine Schlagertusse. Die gleichen Summen für Manager wecken den Klassenkämpfer in uns. Das ist die große Stunde der Besänftiger. Sie wollen deckeln oder kappen und eine Reichensteuer einführen. Politik in diesem Land ist immer mehr vorauseilender Gehorsam vor dem Volkszorn.

Frieden den Hütten. Krieg den Palästen. Wer eine Reichensteuer erhebt, der sorgt für soziale Gerechtigkeit. Robin Hood hat es auch so gemacht: die Reichen geplündert und es dann den Armen gegeben. Wer das verspricht, den werden wir wählen. Warmer Regen ist uns versprochen. Die Herren werden Manna werfen, sagen sie. Das ist ein bewährter Trick der Linken: tax and spend.

 

Dieser politische Mythos beruht auf der Annahme, dass es bisher eine Umverteilung von unten nach oben gegeben habe. Den Arbeitslosen wurde genommen, was dann auf den Konten der Milliardäre Zins und Zinseszins bringt. Dass daran schon rechnerisch irgendetwas nicht stimmen kann, ist ein fachidiotischer Einwand. Hier geht es aber um Politik. Wir sollen Gerechtigkeit, sprich die Umverteilung von oben nach unten, wollen.

 

Die Kommunistin Wagenknecht will  die Gehälter der Industriebosse begrenzen. Sie hält statt 10 Millionen Jahresgehalt 300.000 für ausreichend. Die Kürzung wäre dann Umverteilung von oben nach unten, also gerecht. Das brächte bei einem Konzern mit einer halben Million Mitarbeiter 19,40€ mehr für jeden Mitarbeiter, und zwar im Jahr, also 1,61€ im Monat. Dafür stünde dann eine Lusche an der Spitze. Nach zwei, drei Jahren ist dann auch der extra Euro weg.

 

Dazu lese ich bei Sloterdijk: „Ist es gleich Wahnsinn, hat es doch Methode – und Geschichte. Natürlich läuft der staatlich gelenkte Geldstrom in die entgegengesetzte Richtung: Die öffentliche Hand verteilt das der aktiven Mitte abgenommene Geld nach unten.“ Begünstigte sei das Millionenheer der Rentner und Umverteilungsempfänger, die so in der staatlichen Alimentation eingemauert würden. Das Argument des Philosophen erweitert die soziale Gliederung von einem zweistufigen Gebilde in ein dreistufiges.

 

Oben thronen die ewig Reichen und unten sitzen die ewig Armen, in der Mitte der Zwiebel ackert der Mittelstand aus Arbeiter, Angestellten und Selbständigen. Im unteren Teil der Zwiebel halten sich 20 Millionen Rentner auf und 8 Millionen Arme. Somit sind es in der Mitte 50 Millionen, die durch neue Steuern abgezogen werden. Damit es dazu keinen Aufschrei gibt, wird auf die hunderttausend Vermögenden an der Spitze verwiesen. Die Reichensteuer ist Volksverdummung nach dem Muster Brot und Spiele auf Kosten der Mehrheit, um den Staat zum Wohltäter für eine Minderheit zu machen; mit den Reichen hat das Ganze gar nichts zu tun.

 

Die Manipulation des Libor-Leitzinses ist ein Skandal, nicht das Gehalt eines Bankbosses. Die hohen Boni für Investmentbanker sind berechtigt, wenn dieses Investmentbanking berechtigt ist. Wer das ändern will, muss an das System, nicht an das Taschengeld. Man kann nicht den Casino-Kapitalismus da lassen, wo er ist, aber den Jungs ein wenig die Spesen kürzen. Diese symbolische Politik amüsiert die Geldschneider, weil sie nur gedacht ist, uns als Ahnungslose zu täuschen. Die Reichensteuer ist Augenwischerei.

 

Diese Einsicht aber riecht nun wirklich nach FDP, man zuckt zusammen. Deshalb bedarf die Umverteilung aus der Mitte in die Staatskasse noch eines weiteren Arguments. Das Ganze ist gut für die Umwelt. Es hilft gegen das Ozonloch. So, damit wäre alles zusammen, was eine Rot-Grüne-Bundesregierung als Legitimation braucht. Gerechter und grüner: Besser geht es ja gar nicht.

 

Gleichzeitig macht man uns glauben, dass die Herrschaft des internationalen Kapitalmarktes gebrochen ist, die Euro-Krise fast bewältigt, die Zeit wieder reif, um die Staatskasse zum big spender zu machen. Das wirklich Enttäuschende dieser symbolischen Umverteilungspolitik ist ihr demagogischer Kern: Nichts ist zum Besseren gewendet, außer dass man den Menschen Themen nimmt, die sie erzürnen.

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30 Gedanken zu “Reichensteuer: eine dreiste Volksverdummung;”

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    Hallo,

    ich verstehe nicht wie Sie nach diesem – zum Teil richtigen – Text der Meinung sein können, dass es keine Umverteilung von unten nach oben gibt.

    Wahrscheinlich haben Sie einfach vergessen dem Geld weiter zu folgen als bis in die Staatskasse. Wohin geht das Geld dann? Natürlich nach oben in Form von Verbindlichkeiten und „Investitionen“ und „nötigen Bauwerken“. Nur ca. 5% gehen an Rentner/Sozialleistungsempfänger. (inklusive Verwaltung)

    Im Grunde ist die Umverteilung doch ganz leicht so zu veranschaulichen: Wer mehr Zinsen einnimmt als er Ausgaben im Jahr (inkl. Steuern), wird reicher – noch bevor er eine Steuererklärung einreicht(/einreichen lässt wohl eher).

    lG

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    @ KJN

    Hmh – ja, so ähnlich. Ziehen Sie sich nicht zurück. Vielleicht wird auf Resignation nur gewartet.

    Hierzu würde ich eher Skepsis sagen statt Relativismus:

    „Und wir haben derweil im Westen überall Relativismus – und was ich gefährlich finde – da, wo er eigentlich seine Stärken hat, nämlich bei der Werten der Aufklärung, insbesondere jedoch beim Gebrauch des eigenen Gehirns und beim Individualismus: …“

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    @Parisien
    „Glauben Sie, dass die Religionsentfremdung besonders ganz oben diese Zynismen hervorgebracht hat?“
    Dazu nochmal Egon Friedell .
    Nicht misszuverstehen: Ich bin für die (Evolution zur) Zivilgesellschaft, wenn Sie so wollen Zivilreligion. Allein schon um das Zusammenleben von Christen, Juden und Muslimen auf einem vernünftigen Niveau sicherzustellen. Aber bisher fehlt jegliche (humanistische) Philosophie, die ersatzweise Orientierung bietet. Wenn ich was zu sagen hätte, würde ich genau die anmahnen.
    So wie das jetzt läuft, fällt uns dieses Versäumnis demnächst sehr schmerzhaft nicht vor, sondern auf die Füße.
    Im Notfall besinnt sich nämlich die „Masse“ (furchtbarer Ausdruck) auf ihrer religiösen Wurzeln (weil die nichts kosten) und solidarisiert sich entsprechend (aktuell ->Zypern, Griechisch/Russisch Orthodox, Byzanz vs. Heiligen Röm. Reich und Älteres) usw. usf.). Alte mentale Strukturen in Ermangelung Neuer.
    Und wir haben derweil im Westen überall Relativismus – und was ich gefährlich finde – da, wo er eigentlich seine Stärken hat, nämlich bei der Werten der Aufklärung, insbesondere jedoch beim Gebrauch des eigenen Gehirns und beim Individualismus:
    – Esoterik (Gesundheitswahn, „Informationsgehalt von Wasser“ usw.), Statistik statt eindeutig (wissenschaftlich) beschriebener Beobachtungen und deren zugrundeliegenden Strukturen
    – Reduktion auf Äußerlichkeiten und optische Normierung (-> TV-Konsum, Supermodel etc.), Markenzwang (sic!) beim dresscode in Grossfirmen
    – Bullemie-Lernen statt Bildung an Universitäten
    – Gender“-Forschung“ statt gleicher Bezahlung für gleiche Arbeit
    – Privatisierung hoheitlicher Staatsaufgaben insbes. Justiz
    – Debilisierung und Infantilisierung, Adoleszenz mit 40
    – Handwerkliche und Lebenspraktische Inkompetenz usw. usf…5x Liebermann (Das soll keine Jugendschelte sein, das geht erstmal an meine Generation.)
    Dann doch lieber Religion, als dieser Tanz um’s goldene Kalb, würde ich sagen.
    Wenn sich dann mal ein paar im guten Sinne professorale Hagestolze zusammenfinden, um einige wenige richtige Fragen zu stellen, schreit die gesammte gleichgeschaltete Medienmeute gleich „rechtsradikal“ oder etwas vornehmer, wie unser geschätzter Autor Posener „nicht gesellschaftsfähig“.
    Das sagt doch eigentlich alles.
    Ich werde mich mal ein wenig mit Äußerungen zurückziehen, weil ich merke – gerade bei dieser Zypern-Sache – dass mich das zu sehr aufregt, wie gleichgeschaftet wir schon sind. Klar, die Spareinlagen sind ja sicher und wer sich darum sorgt ein Spießer. (Soll wohl heißen, wer selber vorsorgt, ist ein Spießer..)

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    @Parisien: Nein, ich habe keine Angst vor Perspektivlosigkeit; im Gegenteil sind meine/unsere Perspektiven gut (ich hatte darüber geschrieben). Ich möchte trotzdem keinen Kredit aufnehmen, solange noch nichts in trockenen Tüchern ist. – Aber könnte es sein, dass Sie irgendetwas bei mir suchen? Oder was bezwecken Ihre Fragen? Oder wollen Sie als reiner Menschenfreund mir zu einer lockerleichten Lebenseinstellung verhelfen, so wie Sie sie hier an den Tag legen? Dann herzl. Dank, aber: Das wäre nicht nötig.

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    @ KJN
    Das mit der Unterhaltung einer staatlichen Entmündigungsindustrie finde ich besonders gut.
    In GB wurde vor ca. drei Jahren überlegt, Organe bei Toten einfach zu entnehmen, Zwangsabgabe sozusagen. Nach massiven Protesten gab man klein bei. Glauben Sie, dass die Religionsentfremdung besonders ganz oben diese Zynismen hervorgebracht hat? Dass wer Gott nicht ehrt, auch den Menschen nicht mehr ehrt? Dass möglicherweise das Hauptproblem die Religionsferne ist ohne entsprechenden Ersatz durch tiefen Humanismus?
    Diese These/Frage kann ich aber nur erheben, weil ich es nicht so ernst nehme, wenn amerikanische Politiker in Gottesdiensten mal ihr Gesicht zeigen.
    Die Religionsferne betrifft nicht nur den Aspekt des Respektes vor dem Tode, sondern auch die Intoleranz von Leid, Krankheit und Sterben, wie auch die Herabsetzung der Ehe in manchen Kreisen und letztlich auch das zehnte Gebot, also die Achtung vor dem Eigentum des Anderen, Frau oder Besitz, egal. Ich warte auf eine Steigerung für Franziskus: Jemanden, der die Armen in die erste Reihe setzt und die Politiker und Prominenten, die ja oft durch Religionsferne auffallen, aber sich gern beim „event“ Papst,also medial, zeigen – eine dieser hohlen Shows – auf die letzten.

    @ Roland Ziegler

    „Ich nehme bis auf weiteres keinen Bankkredit auf – ich weiß, angesichts der Inflation wäre das wohl schlauer, aber ich bin nicht schlau. Ich versuche jederzeit, den Dispo zu vermeiden; meistens gelingt das.“

    Nur schlau, wenn Sie nicht sicher wissen, ob Sie ihn zurückzahlen können. Sonst nicht schlau, weil sich Kredite zur Zeit mehr lohnen als sparen.
    Ansonsten: Nix für ungut.
    War auch mal in Ihrer Lebensphase, aber m.E. positiver. Könnte es sein, dass Sie vor Perspektivlosigkeit Angst haben?

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    …kurz zu meiner Äußerung bzgl. „private Kredite“ – damit meinte ich Kleinkredite, die wir familienintern aufgenommen haben und auf deren Rückzahlung im Prinzip verzichtet wird, weil wir eine sehr nette Familie haben, die uns unterstützt. Darüebr bin ich serh froh. Keine Bankkredite. Ich nehme bis auf weiteres keinen Bankkredit auf – ich weiß, angesichts der Inflation wäre das wohl schlauer, aber ich bin nicht schlau. Ich versuche jederzeit, den Dispo zu vermeiden; meistens gelingt das.

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    Parisien schreibt: „Da die Ausgaben über Kredite finanziert werden, geht es Deutschland zur Zeit gut. Es ist aber dieses Verschenken von dem, was man nicht hat, in Frage zu stellen.“
    Das ist genau der Punkt um den es geht. Auch in Zypern. Es ist in Ordnung, wenn Staaten Kredite aufnehmen, aber es wird überzogen, begründet mit falschen Prognosen. Der (die) Staat(en) zocken mit. Und Herr Adrian Zielcke folgt in seinem Artikel dem deutschen Reflex: Die Kreditgeber (Banken) sind schuld. Frau Merkel, Herr Schäuble, Herr Steinbrück, Herr Trittin usw. sagen „die Spareinlagen sind sicher“. Damit wird Angst erzeugt, um das fröhliche „weiter so“ zu rechtfertigen. Ein „weiter so“ mit Subventionen an Großindustrie, überteuerter Verwaltung, Infrastruktur und überzogenen Abgaben zur Unterhaltung einer staatlichen Entmündigungsindustrie: Der Bürger als Kunde. Perfide ist dabei der Versuch, die, die das thematisieren, als abgehalfterte Wissenschaftler zu denunzieren.

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    @Parisien: „Das ist Koketterie von Ihnen mit habennix.“ – Eigentlich geht Sie das überhaupt nichts an, aber unsere privaten Kredite sind längst überzogen und ich leihe mir aktuell nichts mehr von Familie und Freunden. Die monatlichen Einkommen werden komplett verkonsumiert. Angespart ist: nichts. –

    Ich finde es gelinde gesagt verwunderlich, wie & wie schnell Sie ohne die geringste Sachkenntnis urteilen. Und unverschämt finde ich es,wie Sie daraus ein personenbezogenes Urteil schmieden („Koketterie“). Aber das ist Ihr Problem. Und ich befürchte, dass das wohl auch bei unpersönlichen Themen nicht anders sein wird.

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    @ Roland Ziegler

    Nein, ich bin nicht so. Sympathisch, dass Sie einen Hund haben. Ich wollte Sie indirekt darauf hinweisen, dass es uns in Europa am besten geht und wir gleichzeitig einen spät einsetzenden Spitzensteuersatz haben und eine geringe Vermögenssteuer, und dass zwischen beidem ein Zusammenhang besteht. Wie Sie an anderen Ländern sehen, führen höhere Steuern oft zu schlechteren Ergebnissen. Cameron ist gerade bemüht, die gröbsten Fehler von Labour zu korrigieren.
    Deutschland nimmt genug Steuern ein, das Problem liegt bei den Ausgaben. Da die Ausgaben über Kredite finanziert werden, geht es Deutschland zur Zeit gut. Es ist aber dieses Verschenken von dem, was man nicht hat, in Frage zu stellen.
    Urlaub in Frankreich habe ich immer gemacht, in Ihrem Alter mit dem Zelt. Und mit dem Michelin. Darin stehen gute günstige Restaurants hervorgehoben, nicht nur die mit den Sternen. Ansonsten kommt man mit Crêpes über die Runden. Das ist Koketterie von Ihnen mit habennix. Man kann überall günstig Urlaub machen. Und ich fahre auch inzwischen seltener. Am häufigsten fuhr ich im Studium. Mit dem Zelt, wie gesagt.

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    …achso, wenn Sie eine konkrete Antwort auf das Haus in Licherfelde hören wollten: Wenn ich mir das leisten können würde und Herr Posener das verkaufen würde, dann würde ich dort einziehen, ja, denn es erscheint mir schön dort. Das Problem ist, das ich mir es nicht leisten kann. Kein Problem – ganz im Gegenteil – ist, dass Herr Posener dieses Haus nicht verkaufen muss, soweit ich das beurteilen kann, denn er ist ein guter Publizist und wird auch in der Zukunft seine Texte verkaufen können. Selbst wenn er ein schlechter Publizist wäre und das Haus lediglich geerbt hätte, würde ich es ihm nicht missgönnen. Was glauben Sie eigentlich von mir? Oder sind SIE so?

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    @Parisien: Ich habe Ihre Frage doch schon beantwortet? Vielleicht ist das in der Fülle meiner Postings bei Ihnen nicht angekommen; dafür trage ich die Verantwortung. Also noch einmal: Schließen Sie bitte nicht von sich auf andere. Mir geht es bei der Betrachtung der Steuerfrage nicht um mich, da ich selber einige Steuern zahle und demnächst hoffentlich (!) aufgrund von Mehrverdienst noch mehr Steuern zahle.
    – … –
    Haben Sie diese Aussage jetzt begriffen? Oder muss ich hier wieder nachhelfen? Verstehen Sie, dass diese Aussage impliziert, dass durch mein höheres Steueraufkommen die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass ich dem Herrn Posener oder der armen Oma oder dem armen Opa das Haus abkaufen kann? Denn ein Einkommen von 100 000 EUR werden wir bei weitem nicht erzielen, obwohl das ja nicht mal „reich“ bedeutet, wie Sie sagen; soviel steht schon jetzt fest.

    Herrje. Ich wohne mit 4 Personen und einem Riesenhund in einer billigen 3-Zimmer-Mietwohnung und zahle Steuern. Wir arbeiten alle und können uns kein Haus und keinen Urlaub nach Frankreich leisten; darüber vergießen wir keine bitteren Tränen, sondern sind glücklich. Wenn andere Leute sich ihre Häuser ebenfalls nicht leisten können, soll ich dann plötzlich Tränen vergießen und lieber mehr Steuern als sie mit ihren ärmlichen 100000er-Einkommen zahlen, damit sie sich ihre Häuser weiterhin leisten können? Und ich, der ja keinen Verlust spüre, weil ich nichts Besseres gewohnt bin, weiter in meiner 3-Zimmer-Mietwohnung wohnen bleibe?

    Also ich mag ja genügsam und dumm sein, ein angepasster gläubiger Mainstream-Michel, der sogar gerne Steuern zahlt, aber dermaßen bräsig, wie Sie das offenbar annehmen, bin selbst ich nicht. Also: Wer viel verdient, muss auch viel zahlen. Das ist bereits heute so, und daran soll sich – m.E. – auch nichts ändern.

    Sie sind doch Katholik? Warten Sie mal, was Ihr Franziskus dazu noch sagen wird.

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    @ Roland Ziegler
    Ich finde keinen Staat mit Spitzensteuersatz ab 100.000 Euro. Am nächsten dran sind Griechenland und Italien. Ich bin ganz sicher, dass die Schulen dort sauberer sind und das Mittagessen besser ist.
    Noch besser ist vermutlich alles in Südbelgien.
    Ihnen ist wirklich nicht zu helfen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/S.....s.C3.A4tze

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    RZ, ach, das ich das übersehen habe: Äh, ich würde gern wissen, ob Sie in Poseners Haus in Lichterfelde einziehen würden, falls er das zwangsversteigern muss.

    @ dbh
    Er ist nicht aus dem Osten. Er ist aus der Region Hannover.

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    @ Roland Ziegler

    „Reiche? Das sind Leute, die viel Geld haben oder verdienen. Ich weiß es nicht, ab wann man viel Geld hat – diese Grenze ist wie fast alle Grenzen unscharf und verhandelbar -, aber wenn man ein Jahresseinkommen von sagen wir: 100 000 Eur hat, dann hat man definitiv viel Geld.“

    Das ist der Grund, warum Deutschland so spießig ist. In Frankreich gilt man als reich, wemnn man über 1 Mio verdient.
    Sie wollen also, dass, sagen wir, Herr Matthias Döpfner Ihre Wadenbeißer finanziert. Warum rufen Sie ihn nicht einfach an und fragen ihn?
    Was ist mit, sagen wir, Herrn Hans Meier und seiner Frau Else, die nicht mehr verdienen, aber sich im Laufe des Lebens ein kleines Haus in, sagen wir Zehlendorf, für vielleicht 500.000 Euro abgestottert haben, das sie ihren Kindern hinterlassen wollen? Ich will wissen, ob Sie denen das Haus wegnehmen wollen. Nur das will ich wissen: Ob Sie zu den Menschen gehören, die Oma und Opa ihr Haus wegnehmen wollen, nur damit Ihre Wadenbeißer in eine saubere Schule gehen, wo es mittags Rohkost gibt. Ich glaube, das würde viele Deutsche interessieren.

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    …schlechte Straßen, schäbige Gebäude, große Klassen – das beklagen Sie. Ich nehme an, dass Sie außerdem gerne hätten, dass die Schulden nicht weiter steigen, sondern ggf. sogar gesenkt werden. Falls das überhaupt noch möglich ist.
    Als Lösung für diese Dinge bieten Sie an: Streichung der Wahlgeschenke (haben Sie jemals ein Wahlgeschenk bekommen? Ich nicht), Streichung des Soli, Streichung der Auslandseinsätze.

    Habe ich was übersehen? Wie können Sie glauben, dass mit diesen lächerlichen Maßnahmen unsere Probleme – wenigstens die paar, die Sie beklagen – gelöst werden könnten?
    Sie können die Ausgaben optimieren und nochmals optimieren; Sie werden trotzdem weiteres Geld in die Hand nehmen müssen. Das können Sie entweder über die Inflation machen, ein blinder Prozess, der der flat tax desblondenhans ziemlich nahe kommt – und ich glaube, darauf wird es hinauslaufen – oder Sie steuern den Prozess. Dafür wäre ich.

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    @dbh: Sie schreiben hier ständig, dass die „Sozialisten“ – von denen Sie sich doch abgrenzen – „Geld von anderen“ haben wollen. S.o., Ihr erstes Statement. Ich weiß nicht, was Sie genau damit meinen, aber bei rätselhaften bis sinnlosen Äußerungen kommt beim Leser immer zunächst eine Sinnsuche in Gang. Deshalb habe ich mir den Sinn so zusammengereimt, dass Sie Ihr „Geld von anderen“-Mantra auf Steuern beziehen. Wenn ich damit falsch lag, tut es mir leid, aber dann könnten Sie sich vielleicht beim nächsten Mal etwas klarer ausdrücken?

    @Parisien: Es sind erstens zu wenig Lehrer in den Schulen angestellt, und zweitens werden diese (angestellten) Lehrer zu schlecht bezahlt. Dasselbe gilt für die Horterzieher. Drittens liegen erhebliche Aufgaben vor uns, was die Integration von Immigranten und deutschen Asis betrifft; hier müssen Spezialisten her, die den normalen Unterricht flankieren.
    Das sind die Hauptsachen. Nicht unerheblich ist es außerdem, dass das Essen oft scheußlich schmeckt (4.) und die Räumlichkeiten renoviert (5.) und häufiger geputzt werden sollten (6.). Das sind immense Kostenfaktoren, selbst wenn man nur einen Bruchteil davon realisieren würde.

    Reiche? Das sind Leute, die viel Geld haben oder verdienen. Ich weiß es nicht, ab wann man viel Geld hat – diese Grenze ist wie fast alle Grenzen unscharf und verhandelbar -, aber wenn man ein Jahresseinkommen von sagen wir: 100 000 Eur hat, dann hat man definitiv viel Geld.

    Ich erkläre nicht, warum ich mit der Verwendung der Steuergelder einverstanden bin, ich bin es einfach, zumindest was das Grundsätzliche angeht: dass ich Steuern zahlen muss. Erklären Sie mir lieber, warum Sie es nicht sind, falls Sie es nicht sind; keine Steuern zu zahlen, obwohl man es könnte, wäre in meinen Augen asozial.

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    @ Roland Ziegler

    „Ich zahle gerne Steuern, wenn damit die Schulen besser ausgestattet…“

    Die Schulen werden regelmäßig neu ausgestattet, teils mit Material, teils mit neuen Lehrplänen. Teilweise werden auch Renovierungsarbeiten durchgeführt.

    Schüler können in alten Schulen lernen. Keine Renovierung, kein neuer Lehrplan hätte sie je weitergebracht. Das Einzige, das ihnen nützen würde, wären viele gut ausgebildete Lehrer, kleine Klassen und ein gescheiter Stundenplan, wo entspannndere Fächer wie Sport am Ende stehen statt Mathe in der sechsten Stunde. Das Geld fließt fehl. Neue Lehrpläne, um Beamten- und Ministerialstrukturen zu erhalten. Lehrmittelfreiheit mit zerfledderten Büchern ist sinnlos. Jeder Schüler braucht sein eigenes Buch. Die Einen sollten es kaufen müssen, die, die nicht können, es finanziert und geschenkt bekommen.

    „oder Arbeitslose ihr Leben vernünftig führen können, am liebsten ohne dass sie von irgendwem drangsaliert werden.“
    Soweit ich weiß, zahlt man hierfür Arbeitslosenversicherung.

    „Was ich will, ist, dass der Staat endlich nicht weiter verarmt, so wie er das die ganze Zeit in der derzeitigen, schuldenfinanzierten Form des Kapitalismus (!) getan hat.“

    Der Staat verarmt,weil er sich immer weiter aufgebläht hat. Es sind nicht die Arbeitslosen oder die Schüler, die ihn arm machen, sondern sein Aufblähen und sein Verteilen von Wahlgeschenken. In den USA passiert dasselbe.
    Außerdem spielt er den Wohltätigen Samariter für die halbe Welt. Erdbeben in Iran? Die Deutschen und Amerikaner vorneweg, ganz hinten die Golfstaaten. Hey, we are so great, aren’t we, we help you! We are the nice guys! An Jan Z. Volens können Sie sehen, dassman trotzdem gehasst wird.

    „Da das Geld nicht vom Himmel fällt, muss man es von irgendwoher nehmen. Das kann nur bei den Reichen sein,“

    1. Was sind für Sie Reiche?
    2. Wieso sollen „Reiche“ immer mehr Politiker und Beamtenpensionen und die halbe Welt schultern? Wieso sollen „Reiche“ Schulbücher für etwas weniger Wohlhabende zahlen oder Kindergeld für über zwei Kinder? Erklären Sie,warum ein „Reicher“ 12 Kinder und Wohnung von einem Libanesen stemmen soll. Erklären Sie außerdem, wieso der Soli weiter gezahlt werden soll, wo hier die Straßen inzwischen schlechter, die Gebäude manchmal schäbiger und die Klassen gelegentlich größer sind. Weil Frau M. aus Templin ist? Oder warum? Erklären Sie, warum Sie einer der wenigen sind, die mit der Verwendung der Steuergelder einverstanden sind. Ihr Beruf?

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    dbh: Noch nicht, bislang reichen mir Ihre Beiträge. Sie schreiben erst, dass man keine Steuern erheben soll, das wäre sozialistisch. Später schreiben Sie, dass man doch Steuern, nämlich 25% für alle, erheben soll. Wieso das nicht mehr sozialistisch sein soll, schreiben Sie nicht. Bereits das erzeugt bei mir Schwindelgefühle. Dieses Geld reicht nicht! Wovon wollen Sie das Geld z.B. für die Arbeitlsosen bezahlen? Oder wollen Sie Schulden machen?

    Der einzige Vorschlag, den es als Alternative gibt, stammt von Herrn Sloterdijk, und der lautet: freiwillige Abgabe. Also eine Kollekte, die die Suppenküchen finanziert.

    Sagen Sie uns doch, wie Sie die Staatsausgaben finanzieren wollen. Sie wollen keine Schulden, Sie wollen keine Steuern. Daraus folgt, dass Sie auch keine Ausgaben wollen. Und daraus wiederum, dass Sie eine Suppenküche aufstellen müssen.

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    R.Z.: Dies scheint mich von Christenmenschen wie denblondenhans doch sehr zu unterscheiden, der offenbar der Meinung ist, dass seine katholische Kirche eine Suppenküche für die Arbeitslosen hinstellen soll, die dann aus der freiwilligen Kollekte des fleißigen Bevölkerungsteils finanziert wird.

    … wann und wo habe ich so einen Quark wie Sie behaupten geschrieben? Meine Gedanken stehen hier im thread zum nachlesen. Was machen Sie daraus? Trinken Sie nun schon frühmorgens Rotwein?

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    @dbh: Ehemals west. Ich hoffe, damit ist Ihr Interesse jetzt gesättigt.

    @Parisien: Bitte, nicht jeder denkt immer nur an sich. Obwohl ich nicht Papa Teresa bin, geht es mir nicht darum, dass ich mir von „denen“ ein möglichst großes Stück aneigne. Wieso unterstellen Sie mir das? Weil Sie von sich auf andere schließen? Ich bin selbständig und handele mein Honorar so aus, wie es eben geht. Ich zahle Steuern. Wenn meine Frau mit ihrer Ausbildung fertig sein wird, werden wir einiges mehr an Steuern zu zahlen haben. Ohnehin sind die Einkommenssteuern nur ein kleinerer Teil des gesamten Steuervolumens; der Rest wird von ALLEN bezahlt! Das wird immer vergessen.

    Ich zahle gerne Steuern, wenn damit die Schulen besser ausgestattet oder Arbeitslose ihr Leben vernünftig führen können, am liebsten ohne dass sie von irgendwem drangsaliert werden. Dies scheint mich von Christenmenschen wie denblondenhans doch sehr zu unterscheiden, der offenbar der Meinung ist, dass seine katholische Kirche eine Suppenküche für die Arbeitslosen hinstellen soll, die dann aus der freiwilligen Kollekte des fleißigen Bevölkerungsteils finanziert wird.
    Das will ich nicht. Was ich will, ist dass der Staat endlich nicht weiter verarmt, so wie er das die ganze Zeit in der derzeitigen, schuldenfinanzierten Form des Kapitalismus (!) getan hat.

    Da das Geld nicht vom Himmel fällt, muss man es von irgendwoher nehmen. Das kann nur bei den Reichen sein, da es bei den Armen nichts zu holen gibt. Oder stimmt das nicht? Die Logik legt uns eben manchmal Fesseln an, die dem Liberalen nicht gefallen mögen. Aber vielleicht sind Sie ja anderer Meinung. Dann bitte – „Hand auf’s Herz“: Was schlagen Sie vor, wo es herkommen soll? Womit sollen die Schulden bezahlt werden, womit die Schulen, womit die Arbeitslosengelder und Renten?

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    @ Roland Ziegler

    Ich weiß nicht, ob Sie verstanden haben, was dbh meint oder Kocks. An oben kommt niemand dran. Sie sehen das an der aufgezwungenen Bankenrettung ganz gut. Also hat man von jeher von der Mitte genommen. Nun glauben Sie, das kommt bei Ihnen an. Bei Ihnen kommt dann vielleicht 10 Euro Kindergelderhöhung an, der Rest fließt in Dinge, von denen Sie gar nichts mehr haben: Gehälter, Pensionen, Dauersubventionen, Arbeitskreise, um gehätschelte Probleme zu lösen, Sozialarbeiter, weitere Straßen etc.
    Sie kriegen nicht mehr Lehrer und kleinere Klassen. Die Löcher in den Straßen werden vielerorts nicht mehr repariert. Und das, was Sie an Kindergeld mehr kriegen, frisst die schleichende Inflation wieder auf. Die Mittleren finanzieren nicht Sie, sondern einen Dauerkreislauf von staatlicher Abhängigkeit, der geflissentlich erhalten wird. Mehr Lehrer würde bedeuten mehr Leistung, mehr Erfolge, weniger Abhängigkeit.
    Sie wollen sich also das, was Sie nicht kriegen, wenn doch einer auf die Mittleren aufpasst, nehmen.
    Soll ich also davon ausgehen, dass Sie bei Ihrem Nachbarn (auf Berlin bezogen) in Lichterfelde einziehen wie in Dr. Schiwago? Oder soll er so hohe Steuern kriegen, dass er verkaufen muss, zusammen mit anderen seiner Art und Sie dann seine Villa kaufen können, weil Preisverfall wegen Immo-Schwemme?
    Das wäre genau das Gegenteil von „Sozialismus“, denn die Immobilienschwemme mit der Folge niedriger Preise würde weniger Grunderwerbssteuer in die Kassen bringen. Das Gleiche würde passieren bei niedrigen Mieten: Der Vermieter versteuert weniger. Oder er verkauft. Auf einem unattraktiven Haus bleibt er sitzen.
    Und so funktioniert Sozialismus in allen Ländern: Man hat unten etwas mehr, aber der Staat verarmt zusehends. Wollen Sie das?
    Oder wollen Sie lieber aushalten, dass Sie zu früh Kinder bekommen haben und erst etwas zulegen, wenn die durch die Ausbildung sind?
    Also, Hand auf’s Herz: Wollen Sie Ihren Nachbarn in Lichterfelde enteignen? An oben kommen Sie nicht ‚ran. Ich will das jetzt mal wissen.

  22. avatar

    @R.Z.

    … ich geb‘ ’s auf bei Ihnen. Sind Sie ehemals ‚west‘ oder ‚ost‘? Das würde mich noch interessieren.

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    @Blonderhans: Also ein paar Einwände hätte ich schon noch. Zunächst mal erzeugt Tauschen kein Kapital, einer, der tauscht, ist also auch kein Kapitalist. Ein Kapitalist ist jemand, der Geld erwirtschaften will, demnach ist also auch ein Sozialist ein Kapitalist, dem es ja, laut Adenauer, um Geld geht. Der Sozialist verkauft, Ihnen zufolge, kein Produkt, aber er stellt zumindest welche her, oder nichtmal das? Daran könnte man die Überlegung anknüpfen, dass der, der ein Produkt herstellt, auch an dem Gewinn beteiligt werden müsste, der daraus erzielt wird. Denn ohne ihn gäbe es kein Produkt. Aber genau hier trennen sich die Wege des Sozialisten vom Kapitalisten, der das Produkt oder zumindest den Gewinn ganz für sich verbuchen will. Daraus wird aber nichts.

    Davon abgesehen würde mich interessieren, wie Sie Ihre 25 % flat tax mit der Vorstellung verbinden, dass der Staat nichts vom Eigentum des Besitzers abknapsen kann, ohne sozialistisch zu sein. Ist das nicht ein Sozialismus light, was die Reichen betrifft, und was die Mittleren betrifft: ein ganz schön fetter, übrigens auch sehr vereinheitlichter (Achtung: Gleichheit!) Sozialismus?

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    Zu Sloterdijk: „Die öffentliche Hand verteilt das der aktiven Mitte abgenommene Geld nach unten.“ Diese Rede beschreibt einen Halbkreis: von oben wird genommen und nach unten gegeben. Wie kommt es denn, dass oben etwas ist, das man nach unten herunterreichen kann?

    Die andere – verschwiegene – Hälfte des Kreislaufs besteht darin, dass die „aktive Mitte“ das Geld von unten wieder zu sich hinaufsaugt.

    Die entscheidende Frage ist: Was ist, wenn es anders wäre? Wenn „die öffentliche Hand“ das Geld nicht mehr nach „unten“ verteilen würde, so dass alles für den Philosophen in der Ordnung wäre – was würde dann geschehen? Würden die da „unten“ warten, bis das Geld freiwillig zu ihnen kommt? Aber wenn es dann nicht freiwillig käme – würden sie es sich womöglich nehmen?

    Um dieser Gefahr zu begegnen, ist es schließlich doch im Interesse „der aktiven Mitte“, wenn die „öffentliche Hand“ das „abgenommene Geld“ nach „unten“ zurückreicht. Es geschieht also alles genau so, wie es die „aktive Mitte“ will. So dass eigentlich alles doch wieder in der Ordnung ist, so wie sie sich der Philosoph wünscht.

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    R.Z.: Von wem will der Kapitalist das Geld haben?

    …. hatten wir schon. Man fängt bei Ihnen immer wieder von vorn an.

    Zunächst ist der ‚Kapitalismus‘ eben keine Gesellschaftsform wie manche behaupten, denn selbst Jäger und Sammler mussten um ‚tauschen‘ zu können, mehr als für den Eigenbedarf jagen und sammeln. Mehrwert produzieren.

    Natürlich könnten Sie nun aus dieser simplen Erkenntnis eine Theorie wissenschaftlich begründen. Aber das haben ein Herr Marx und ein Herr Engels, neben anderen Theorien, schon getan. (Außerdem wären Sie ein Plagiator und bekämen es mit EJ und M.B. zu tun.)

    … delirium-delarium-löffelstiel … wie dem auch sei, ‚lebt‘ der ‚Kapitalist‘, den es, wie beschrieben, gar nicht gibt, 😉 vom Verkauf seiner Produkte.

    Und noch einmal ganz langsam für Sie und Genossen:

    Sozialismus ist das verteilen von dem, was den Sozialisten nicht gehört. Einschließlich der Seele. Wobei den ‚Gleicheren‘ unter den Sozialisten, dann das meiste gehört.

    Das heißt nix weiter, als dass es verschiedene Ebenen im Sozialismus gibt. Eine Hartz IV-Ebene, zum Beispiel. Oder auch eine Finanzoligarchie-Ebene samt Helfershelfer. Die mittlere Ebene ist das Opfer. Immer und überall.

    Und daher ist eine Reichensteuer Firlefanz.

    So einfach ist das.

    Zu lösen wäre das nur durch eine Steuerreform, die den Namen dann auch verdient. Etwa ala Kirchhoff. Kernaussagen: (hab‘ ich schon mal geschrieben.)

    Einheitlicher Steuersatz von 25 % ( flat-tax ).
    Volle Steuerpflicht erst ab einem Einkommen von über 20.000 Euro.
    Radikaler Abbau von Subventionen.
    Erhalt des Ehegattensplittings.

    Grundsätzlicher Ausschluss von Steuervergünstigungen.

    Der Subventionsschwindel und der Lobbyismus, incl. Betrug und Bestechlichkeit, müssen radikal vom ‚Tisch‘, mittels neuer Strafgesetzgebung insbesondere beim Wirtschaftsbetrug.
    Ich denke da an die Ackermann-Posse beim Mannesmann-Skandal. Beispielsweise.

    Pleitefirmen dürfen grundsätzlich kein Anspruch auf staatliche Unterstützung haben. Erst recht nicht die Geldinstitute.

    Und noch anderes mehr. Z.b. eine Regierung, die sich dem Volk gegenüber verantworten muss und nicht der Gier. Und keine Regierung die den Finanzbetrügern unser Steuergeld in den Rachen wirft.

    Apropos Subvention. Schon mal davon gehört, dass unsere Steuergelder zum Beispiel auch der zu gute kommt, die mit einer gekrönten Quietscheente in die Wanne steigt? Mhmm?

    Mit 473.583,31 Pfund hat die Europäische Union im Jahr 2008 den königlichen Bauernhof Sandringham subventioniert. Laut der erst kürzlich veröffentlichten Liste bezog auch ihr Bengel, Prinz Charles, um die 180.000 Pfund EU-Agrarsubventionen.

    Einer der vermögendsten Briten, der Herzog von Westminister, wurde sogar mit 486.000 Pfund von der EU bedacht.

  26. avatar

    @blonderhans: Das Adenauerzitat ist auch lustig. Der Sozialist will also das Geld von anderen haben. Von wem will der Kapitalist das Geld haben? Oder wollte Adenauer nur sagen, dass der Kapitalist, außer dass er das Geld von anderen haben will, auch noch was vom Geld versteht? Das sehen wir gerade, wieviel der Kapitalist vom Geld versteht. Es reicht gerade mal dazu, das Geld von anderen zu bekommen. Falls es ihm die Bank nicht gleich direkt überweist.

  27. avatar

    Ichj begreife Ihren Standpunkt nicht. Sind Sie nun Moralist oder nicht? Wenn Sie keiner seien wollen, dann seien Sie auch keiner.

    Wir sehen in der nicht-moralischen Betrachtung, dass es an verschiedenen Orten chronischen Geldmangel gibt: bei Armen, Schulen, zypriotischen Banken und bald auch bei unseren, fürchte ich. Wir sehen andererseits, dass es an verschiedenen Orten Geld im Überfluss gibt. Zusammengenommen sind die Orte, an denen Geld im Überfluss existiert, nicht so irrelevant, wie Sie es uns hier weismachen wollen. Genauer gesagt ergäbe sich, wenn man alles Geld in alle Löcher kippen würde, die Summe 0. Wer also Armut beklagt, beklagt Reichtum – beides ist das Spiegelbild voneinander. Wenn man Reichtum nicht beklagen will, darf man auch Armut nicht beklagen, ohne ein Problem zu bekommen. Wieso nehmen wir eigentlich nicht das Geld, wo es ist, und tun es dorthin, wo es unserer demokratischen Meinung nach gebraucht wird? Weil es Diebstahl wäre? – Aber halt: Dies sollte doch ein nicht-moralischer – rein funktionaler – Standpunkt werden?

    Machen wir die moralische Gegenrechnung. Allzuviel Geld zu haben, so viel, dass man es nicht mehr ausgeben und überhaupt nichts damit anfangen kann, wo andere wenig oder nichts haben, ist unmoralisch, dazu brauche ich nicht mal den Papst Franziskus.

    Ihre Rede zur Verteidigung der oberen Einkommen können Sie nur durchführen, indem Sie diese beiden Varianten so durchmischen, dass am Ende keiner mehr durchblickt.

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