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	<title>starke-meinungen.de &#187; Wikileaks</title>
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	<description>zur Bundestagswahl 2009</description>
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		<title>Wikileaks ist unsere letzte Chance</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Dec 2010 09:25:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
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		<description><![CDATA[Von Tom Buschardt, Medientrainer und Kommunikationsberater: Wikileaks ist überflüssig – und doch unverzichtbar. Unsere deutsche Demokratie braucht Wikileaks – aber anders als wir es auf den ersten Blick meinen. Wir müssen nicht wissen, welcher Mini-Guillaume aus dem Büro des Außenministers den Amerikanern in Echtzeit den Stand der Koalitionsverhandlungen zuschachert. Es ist  uninteressant, ob ein Botschafter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Von Tom Buschardt, Medientrainer   und Kommunikationsberater:</em></strong></p>
<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td width="614" valign="top">Wikileaks   ist überflüssig – und doch unverzichtbar. Unsere deutsche Demokratie braucht   Wikileaks – aber anders als wir es auf den ersten Blick meinen.</p>
<p>Wir   müssen nicht wissen, welcher Mini-Guillaume aus dem Büro des Außenministers   den Amerikanern in Echtzeit den Stand der Koalitionsverhandlungen   zuschachert. Es ist  uninteressant, ob   ein Botschafter die Kanzlerin für „wenig kreativ“ hält.</p>
<p>Aber   Wikileaks ist unsere letzte Chancen, den Qualitätsjournalismus in Deutschland   wieder auf das hohe Niveau der 70er und 80er Jahre zu heben. Nicht mit Hilfe   von Wikileaks, aber davon inspiriert.<span id="more-2223"></span></p>
<p>Wo   sind die investigativen Medien? Ein unbeugsames Team beim NDR in den Nischen   ZAPP und PANORAMA hat das Zepter noch nicht aus der Hand gegeben, ebensowenig   wie die Teams anderer Politmagazinne. Und das trotz amputierter Sendungslänge   und einem Sendetermin für politische Reportagen zu dem nur noch   unkonzentrierte Schlaflose vor dem Fernseher sitzen.</p>
<p>Wikileaks   ist der Weckruf für den weltweiten Journalismus – insbesondere den   Journalismus in Deutschland.</p>
<p>Ein   Leitmedium wie der SPIEGEL kann froh sein, dass es zu den auserwählten Drei   auf der Welt gehört, die das Material von Wikileaks sichten und als erste   publizieren dürfen. Investigativ durch harte journalistische Recherche? Nein.   Es ist journalistische Fleißarbeit. Solide Hand- und Kopfarbeit. Mehr nicht.</p>
<p>Flick,   Barschel, Spendenaffärre – an welchen journalistischen Scoop der vergangenen   Jahre können Sie sich erinnern? Dass Oliver Pocher jetzt mit der Ex von Boris   Becker zusammen ist?</p>
<p>Auf   dem internationalen Index der Pressefreiheit (veröffentlicht von Reporter   ohne Grenzen) landet Deutschland auf Platz 17. Immerhin vor den USA – aber   hinter Litauen, Estland und Malta. In Zeiten wo im Internet niemand mehr für   die reine Information bezahlen will, muss sich Journalismus neu justieren. Er   muss zum Erklär- und Einschätzungsjournalismus werden. Hintergründiger. Aber   was finden wir vor? Gefälligkeits- und Servicejournalismus, wohin man schaut.   Da werden Filme auf DVDs auch in Verlagen des sogenannten   Qualitätsjournalismus positiver rezensiert als bei ihrem Kinostart. Ob es   daran liegt, dass die DVD im verlagseigenen Shop nun als Edition in den   Handel kommt? Die alte Tante dpa kommt unter Druck, dass im letzten   Bundestagswahlkampf schon laut darüber nachgedacht wurde, aus ihr eine   Stiftung zu machen um ihre Unabhängigkeit zu garantieren. Kurt Beck muss als   ZDF Verwaltungsrat gegen das ZDF Verfassungsklage gegen den Staatsvertrag   einlegen, weil er nach der Posse um den Chefredakteursposten dort plötzlich   um die Unabhängigkeit der Medien fürchtet. Abgesehen von den   Medienbeteiligungen der SPD natürlich.</p>
<p>Stelle   ich Volontärsbewerbern so banale Fragen wie „Nennen Sie 3 Suchmaschinen“, ist   nach „Google“ schon Schluss. „Eine Quelle im Internet, der sie absolut   vertrauen.“ Na, raten Sie mal? Genau: „Wikipedia“.</p>
<p>Wie   soll sich auf einer solchen Basis vernünftiger Journalismus entwickeln?</p>
<p>Das   Internet verführt uns dazu, Inhalte vorab individualisiert zu filtern.</p>
<p>Filtern?   Nein: Selbst zu zensieren!</p>
<p>Aber   wie erreicht mich dann die Meldung vom Artileriegefecht zwischen Nord- und   Südkorea, wenn ich meinen Filter nicht so eingestellt habe?</p>
<p>Wir   brauchen Medien, die uns unbequeme Themen vorsetzen: Themen, die relevant   sind und mit denen wir uns intellektuell beschäftigen müssen. Die   US-Regierung zwingt Amazon die Wikileaks-Inhalte nicht mehr auf   Amazon-Servern bereit zu halten und uns ist das nur eine zweizeilige Meldung   wert, während wir bei Amazon unsere Weihnachtsgeschenke ordern.</p>
<p>DAS   ist das Problem der Demokratie und genau DESHALB brauchen wir Anarchisten wie   Wikileaks.</p>
<p>Damit   wir wachwerden und merken, was da draußen passiert in Sachen Demokratie und   Meinungsfreiheit.</p>
<p>Wenn   wir schon nicht gegensteuern, sollen wir uns wenigstens nicht rausreden   können, wir hätten davon nichts gewusst.</p>
<p>Tom <a title="Webseite von Tom Buschardt" href="http://www.buschardt.de" target="_blank">Buschardt </a>ist Medientrainer   und Kommunikationsberater.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
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		<title>Heldenlied und Schurkenstück</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Dec 2010 18:47:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Böhme</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Böhme]]></category>
		<category><![CDATA[Assange]]></category>
		<category><![CDATA[Geheimnisverrat]]></category>
		<category><![CDATA[Infokrieger]]></category>
		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>

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		<description><![CDATA[Alles Wikileaks, oder was? Wir Medienmacher scheinen derzeit kaum ein anderes Thema zu kennen als die vermeintlichen (zuweilen sogar tatsächlichen) Enthüllungsgeschichten auf der von Julian Assange etablierten Internetplattform. Dank Abertausender, oft als &#8220;vertraulich&#8221; klassifizierter Dokumente wird dem Leser ein kleiner Einblick in das heikle Geschäft der gehobenen Diplomatie gewährt. Es ist die Schlüsselloch-Perspektive, die fasziniert. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alles Wikileaks, oder was? Wir Medienmacher scheinen derzeit kaum ein anderes Thema zu kennen als die vermeintlichen (zuweilen sogar tatsächlichen) Enthüllungsgeschichten auf der von Julian Assange etablierten Internetplattform. Dank Abertausender, oft als &#8220;vertraulich&#8221; klassifizierter Dokumente wird dem Leser ein kleiner Einblick in das heikle Geschäft der gehobenen Diplomatie gewährt. Es ist die Schlüsselloch-Perspektive, die fasziniert.</p>
<p>Dabei sind viele der Depeschen alles andere als spektakulär. Aber sie vermitteln den Eindruck, dass unsere Vorstellung von der Banalität der Politik hin und wieder offenkundig mit der Wirklichkeit kompatibel zu sein scheint: Hinter den Kulissen der Macht gibt es ein Hauen und Stechen.<span id="more-2217"></span> Da wird angeschwärzt und denunziert, was das Zeug hält, drastische Wortwahl inklusive. Intrigen und Lügen, sie sind gang und gäbe. Allzu menschliche Abgründe, wohin das Auge blickt. Die Damen und Herren Staatenlenker – sie sind keinen Deut besser als wir Normalos. Haben wir das nicht schon immer geahnt? Na also. Wikileaks und das allwissende Internet haben es nur endlich an die Öffentlichkeit gezerrt. Insofern stellt sich gar nicht die Frage, ob Julian Assange solcherart Geheimnisverrat betreiben darf. Dem 39-Jährigen gebührt Dank für seinen Mut.</p>
<p>Das ist die Seite der Jubler. Derjenigen, die Julian Assange für einen Freiheitskämpfer halten, einen Robin Hood der Wahrheit. Ein Held, der den Mächtigen in aller Welt (mit einer Vorliebe für die USA) auf die Finger schaut und haut. Doch ebenso groß wie seine Fangemeinde ist inzwischen die Gruppe derjenigen, die ihn und sein Vorgehen für verachtenswert halten. Verräter, Schurke, Dieb, aus dem Verkehr ziehen, Kopf ab – die drastischen Unmutsbekundungen mehren sich tagtäglich.</p>
<p>Und es sind nicht nur die dumm dastehenden Politiker, die so wüten. Selbst Wohlmeinende glauben, dass der Enthüller inzwischen mit seinen publik gemachten Interna überzieht und eine Gefahr darstellt. Spielt er gar Terroristen und anderen Fieslingen in die Hände? Ohne Weiteres ist dieser Vorwurf nicht von der Hand zu weisen. Auch wenn es pathetisch klingt: Freiheit braucht Verantwortung. Ist es wirklich in öffentlichem Interesse, sicherheitsrelevante Listen mit potenziellen Terrorzielen ins Netz zu stellen? Da sind Zweifel durchaus angebracht. Und sie nähren den Verdacht, dass hier einer am Werke ist, der keine Regeln akzeptieren will, außer den eigenen. Ein Aktivist, ein Anarchist, dem um der Sensation willen alles machbar erscheint, ohne sich um mögliche Konsequenzen zu scheren.</p>
<p>Aber auch für das Internet gilt: In Fragen von Recht und Freiheit darf im Sinne des Allgemeinwohls auf eine Risikobewertung keinesfalls verzichtet werden. Der Vermerk &#8220;Geheim&#8221; mag einen selbst ernannten Infokrieger herausfordern. Doch man sollte nicht von vorneherein gänzlich ausschließen, dass ein solcher Hinweis – gerade in einer Demokratie – mitunter seine Berechtigung haben kann. Um Schaden abzuwenden. Kontrolle ist gut, Vertrauen manchmal besser.</p>
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		<title>Die FDP mutiert zur Gay Party: Der Liberalismus verkommt im Guido-Mobil zum Kasperltheater</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Dec 2010 20:01:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Kocks</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Kocks]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Guido-Mobil]]></category>
		<category><![CDATA[Metzner]]></category>
		<category><![CDATA[Westerwelle]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn die Engländer zur Zeit des Oscar Wilde ganz unbefangen von einer gay party sprachen, so war das eine heitere, eine fröhliche Zusammenkunft. Erst im Laufe der Zeit hat sich der Begriff zu einer Bezeichnung eines homosexuellen Lebensstils gewandelt. Und an einer heiteren Liberalität in allen Dingen des Lebens kann ich sehr viel Sympathisches finden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn die Engländer zur Zeit des Oscar Wilde ganz unbefangen von einer gay party sprachen, so war das eine heitere, eine fröhliche Zusammenkunft. Erst im Laufe der Zeit hat sich der Begriff zu einer Bezeichnung eines homosexuellen Lebensstils gewandelt. Und an einer heiteren Liberalität in allen Dingen des Lebens kann ich sehr viel Sympathisches finden in einem Land, das für seinen reaktionären Bierernst und seine Bigotterie berüchtigt war.</p>
<p>Jetzt aber lese ich, dass der von WikiLeaks enttarnte Spion Helmut Metzner (41) eine persönliche Website betrieb, in der er sich als „MunterMacherMetzner“ inszenierte und auf Facebook Comicfiguren vom „kleinen Maulwurf“ zur Verharmlosung seiner Agententätigkeit bemüht. <span id="more-2213"></span>Ein Häschenkostüm bot er zum Verleih an, mit dem er selbst schon gelb-blau gefärbte Eier verschenkte und als liberaler Meister Lampe an der Berliner Parade zum Christopher-Street-Day teilnahm. In seiner Internetbiographie klagt der mit einer gelb-blauen Fliege bewehrte Eierfreund, wie er als bekennender und verheirateter Schwuler unter den Verhältnissen in der fränkischen CSU gelitten habe und wie herrlich es nun in der Westerwelle-FDP sei.</p>
<p>Mir vergeht der Humor; aber nicht, ich schwöre, weil ich auch nur im kleinsten Winkel meines Herzens was gegen Schwule hätte. Meine Laune wird nicht bei Klaus Wowereit getrübt und nicht bei Ole von Beust, jedenfalls nicht, weil sie gleichgeschlechtliche Partner haben. Aber hier fährt sich der Liberalismus in die ewige Lächerlichkeit eines Komödienstadels; das Kasperltheater dieser heiteren Herren schmerzt, nicht, dass sie Bachelor sind.</p>
<p>Ich war schon bei den Spaß-Wahlkämpfen von Guido Westerwelle irritiert, weil sie von den Albernheiten eines Milieus getränkt waren, das der Wähler in seiner Mehrheit nicht mehr versteht. In der Politik ist man aber für das Maß seiner Missverstehbarkeit verantwortlich. Wenn ein heterosexueller Mann ein Wohnmobil am Straßenrand stehen sieht, dann denkt er eben nicht an Theodor Heuss oder Graf Lambsdorff. Die Zahl 18 auf der Schuhsohle, das Guido-Mobil, die Kultivierung gelb-blauer Eier, das entstammt einem soziolektischen Esprit. Das alles sind milieutypische Scherze, die man durchaus teilen kann, aber sie verweisen im Sinne politischer Symbolik eben nicht auf den intellektuellen Kern des Liberalismus. Nun also im Büro des Außenministers Herr MunterMacherMetzner, der Spion, der aus dem Warmen kam.</p>
<p>Das ist so bitter, dass man schon Angst vor der eigenen Ironie entwickelt. Was noch? Man muss den Humor auch verlieren, weil es um Fragen des nationalen Interesses geht. Der Mann war Büroleiter des FDP-Vorsitzenden Westerwelle, des amtierenden Bundesaußenministers. Er hat WikiLeaks zufolge eine ausländische Macht über Meinungsunterschiede zwischen den Koalitionsparteien in Fragen der Abrüstung informiert; unzweifelhaft Fragen von nationalem Interesse, auch wenn für die Bündnis- und Schutzmacht spioniert wird.</p>
<p>Ein Desaster für die Amerikaner, allemal für den amerikanischen Botschafter, und für die deutsche Außenpolitik. Denn wie immer bei solchen Watergate-Skandalen, das wirkliche Problem entsteht erst im zweiten Schritt,  hier in der Behandlung der Spionage durch die FDP-Führung. Genau vor einer Woche hat das Kabinettsmitglied Dirk Niebel (FDP), ehedem Generalsekretär der Liberalen, mir und der Nation ins Gesicht gelogen. Er wusste bei Anne Will mit Inbrunst zu bekennen, dass es in der FDP gar keinen Spion gebe.</p>
<p>Dem aufmerksamen Beobachter entging nicht:  Seine Händen zitterten und unter dem lichten Haupthaar zeigte sich Angstschweiß, aber es wurde stramm geleugnet. Auch auf meine Vorhaltung, dies sei eine Tatsachenbehauptung wider besseres Wissen, blieb Niebel stur: „Ich bestreite, dass es einen Informanten gibt.“ Die Woche war noch nicht um, da musste der nunmehr enttarnte und geständige Muntermacher-Agent bei der FDP umgesetzt werden.</p>
<p>Aber der Unwillen geht über das Krisenmanagement von Westerwelle und seinem Ausputzer Niebel hinaus. Erinnern wir uns, die FDP, das war für das bürgerliche Lager mal das feinste Tuch, das die Republik zu bieten hatte. Der Liberalismus hatte eine gediegene Attraktivität bis weit in die Sozialdemokratie hinein. Das ist der Fluch des Jürgen Möllemann: Er hat sich selbst gerichtet, aber das Halbseidene ist geblieben.</p>
<p>Die FDP ist eine Partei mit Hautgout. Auch ihre Freunde schämen sich ihrer. Die seriöse Frankfurter Allgemeine zitiert Stimmen aus der FDP, die sich gegen ein Regime sogenannter „Mickey-Mouse-Bubis“ wehren. Der Begriff von den schwulen Seilschaften fällt. Genau an dieser Stelle muss man staatspolitisch energisch werden. Die Frage ist nicht, welcher sexuellen Orientierung die handelnden Politiker folgen. Das hat nicht zu interessieren; und es interessiert auch nicht. Nach diesen privaten und persönlichen Dingen hat der Wähler nicht gefragt.</p>
<p>Er ist dank einem unterentwickelten ordnungspolitischen Anstand mit solchen Lebensstilfragen belästigt worden. Es war nicht die Idee des Souveräns, erst die Mehrwertsteuer für Hoteliers zu senken und dann als Bundesaußenminister auf einer Hoteleinweihung zu reden, die der Lebenspartner gegen Honorar organisiert hatte. Solche Strategien staatsbürgerlichen Verhaltens entstehen im Guido-Mobil. Man inszeniere sich jetzt also nicht in der gay party als diskriminierte Minderheit. Es geht um den erst geleugneten, dann schamvoll versteckten MunterMacherMaulwurf.</p>
<p>Die Frage ist, wie ernst man den Liberalismus noch nehmen kann, wenn Denunziantentum oder gar Landesverrat in der Attitüde heiterer Party-Jokes zur Regel werden. Wir wollen anständig regiert werden, von integren Persönlichkeiten.</p>
<p>Und wir respektieren Politikerpersönlichkeiten, für die die Pflicht mehr als Party ist. Konkret: Wer den Bundesfinanzminister gegenüber einer ausländischen Macht als zornigen alten Mann, gar als Neurotiker oder Mann unter Drogen (alles FDP-Jargon) diffamiert, verwirkt unser Vertrauen. Schluss damit. Die Party ist aus.</p>
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		<title>Ein großes Loch</title>
		<link>http://starke-meinungen.de/blog/2010/12/03/ein-groses-loch/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Dec 2010 23:03:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gastautor]]></category>
		<category><![CDATA[Assange]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[US-Botschafter]]></category>
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		<description><![CDATA[Von Alexander Görlach, Herausgeber und Chefredakteur &#8220;The European&#8221;: Es ist überhaupt nichts Besonderes, dass Dossiers und Notizen angefertigt werden. Von Politikern, Wirtschaftsbossen, Medienmenschen. So machen das Diplomaten eben. Und was stand schon aufregend Neues in den Depeschen des amerikanischen Botschafters in Deutschland? Dirk Niebel eine &#8220;schräge Wahl“, Horst Seehofer &#8220;unberechenbar“. Das hätte Phil Murphy aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von <strong>Alexander Görlach</strong>, Herausgeber und Chefredakteur <a title="Webseite von &quot;The European&quot;" href="http://www.theeuropean.de/">&#8220;The                European&#8221;</a>:</p>
<p>Es ist überhaupt nichts Besonderes, dass Dossiers und Notizen  angefertigt werden. Von Politikern, Wirtschaftsbossen, Medienmenschen.  So machen das Diplomaten eben. Und was stand schon aufregend Neues in  den Depeschen des amerikanischen Botschafters in Deutschland? Dirk  Niebel eine &#8220;schräge Wahl“, Horst Seehofer &#8220;unberechenbar“. Das hätte  Phil Murphy aus der Zeitung abschreiben können, das hätten Hillary  Clintons Beamte beim Lesen von The European oder anderen deutschen  Qualitätsmedien auch erfahren können.</p>
<p>Vielleicht gibt es die arme FDP-Wurst am  Ende gar nicht, die sich aus vermeintlichem Geltungsdrang heraus dem  Vertreter der letzten Supermacht in unserem armen und gebeutelten Land  ans Bein geworfen und anheischig gemacht hat. Vielleicht ist es der  Geltungsdrang des Botschafters selbst? <span id="more-2204"></span>Auf jeden Fall ist es eine  Frechheit, jedes, aber auch jedes Wort, so wie es scheint, das man zu  ihm spricht, diplomatisch zu verwerten. Diplomatisch – oder  nachrichtendienstlich? Der SPIEGEL deutet die  Depeschen in diese Richtung, ihr Wortlaut legt das nahe. Im Prinzip  bleibt dem US-Botschafter nichts anderes übrig, als die Bundesrepublik  zu verlassen.</p>
<p>Zum Glück gibt es Wikileaks, sonst wäre das nicht ans Licht gekommen!  Das scheint bei manchen die Schlussfolgerung aus diesen Enthüllungen zu  sein. Diese Schlussfolgerung  ist falsch. Bestimmte Inhalte sind einer  Öffentlichkeit zuzumuten: ausrecherchierte Geschichten, Stimme und  Gegenstimme. Abwägung einzelner Umstände. So arbeiten Journalisten.  Einen Berg Dokumente ins Netz stellen? Nicht auf die Konsequenzen  achten? Sich selber dadurch zum Spielball anderer Interessen machen?  Diese Nachfragen kümmern den Wikileaks-Chef nicht. Rund um den Globus  müssen Journalisten seine Arbeit machen und die Papiere auswerten.</p>
<p>Geheimnisverrat ist kein Kavaliersdelikt. Schon jeder Arbeitnehmer  unterschreibt in seinem Vertrag, die Interna des Unternehmens, für das  er arbeiten wird, nicht nach außen zu tragen. Viel mehr gilt das in  Ministerien und Armeeführungen. Die Veröffentlichungslust der einen  paart sich mit der Hybris Assanges, der Weltöffentlichkeit für einen  Moment klarzumachen, mit welcher Machtfülle er sich ausgestattet glaubt.  Beide Motive sind widerlich. Als Nächstes, so lässt der schaurige  Weißhaarige verlauten, sei die Wall Street mit Enthüllungen dran. Ruhig  Blut, wir werden auch hier sicher vor allem das erfahren, was wir schon  wussten. Oder glauben Sie, es kommen Unterlagen ans Licht, wonach sich  Banker reihenweise mit ihren Boni in sozialen Projekten in der Dritten  Welt engagiert haben?</p>
<p>Was Assange will, ist die totale Transparenz. Sein Credo ist die  finale Öffentlichkeit alles Gesprochenen und Gedachten, er ist ihr  Hohepriester. Es gibt nun aber Dinge, die nicht für eine größere  Öffentlichkeit bestimmt sind: was Sie mit Ihrem Partner besprechen  beispielsweise. Oder mit Ihrem Arzt. Stellen Sie sich vor, alle  Krankenakten der Einwohner Ihrer Stadt würden auf einmal ins Netz  gestellt.</p>
<p>Wikileaks ist kein Segen, sondern ein Fluch. Für uns alle. Assange  führt auf obskure Weise eine obskure Organisation. Wann gibt es dort mal  ein Leck, wann packt da mal jemand aus? Botschafter Murphy ist ein  geschickter Fragesteller. Nach seiner Demission aus Deutschland kann er  im Wikileaks-Umfeld den Aushorcher geben. Zeit dafür hat er ja dann.</p>
<p><em>Alexander Görlach ist Herausgeber und Chefredakteur des Debatten-Magazins <a href="http://www.theeuropean.de/" target="_blank">The European</a>.</em></p>
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		<item>
		<title>Wikileaks: Deep Throat goes Internet</title>
		<link>http://starke-meinungen.de/blog/2010/11/30/wikileaks-deep-throat-goes-internet/</link>
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		<pubDate>Tue, 30 Nov 2010 08:33:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Margaret Heckel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Margaret Heckel]]></category>
		<category><![CDATA[Datenskandal]]></category>
		<category><![CDATA[Deep Throat]]></category>
		<category><![CDATA[Geheimnisverrat]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[US-Botschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>

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		<description><![CDATA[Was würde Mark Felt heute machen, der Informant, der Watergate ausgelöst hat? Sich wieder in zugigen Tiefgaragen mit Reportern treffen, um seine Insider-Informationen weiterzugeben? Ein heutiger Mark Felt würde seine CD einschieben und die Daten hochladen &#8211; zu Wikileaks. Nun hat Felt damals eindeutig kriminelle Machenschaften enthüllt. Die derzeitige Depeschen-Affäre ist nur insofern illegal, als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was würde Mark Felt heute machen, der Informant, der Watergate ausgelöst hat? Sich wieder in zugigen Tiefgaragen mit Reportern treffen, um seine Insider-Informationen weiterzugeben? Ein heutiger Mark Felt würde seine CD einschieben und die Daten hochladen &#8211; zu Wikileaks.</p>
<p>Nun hat Felt damals eindeutig kriminelle Machenschaften enthüllt. Die derzeitige Depeschen-Affäre ist nur insofern illegal, als der Informant ein Dieb ist und Daten gestohlen hat. Das ist ein klarer und wichtiger Unterschied, der die Fälle juristisch trennt. Doch für die Zukunft des Whistleblowing, also des Offenlegens von Dingen, die jemand nicht öffentlich sehen will, ist die Richtung klar: Geheimnisverrat wird künftig über das Netz betrieben.<span id="more-2196"></span></p>
<p>Schon kündigt Wikileaks für Januar Interna aus &#8220;einer amerikanischen Großbank&#8221; an. Wir dürfen also gespannt sein: Konten von Terror-Verdächtigen aus der ganzen Welt? Schwarzgeld-Auflistungen der schlimmsten Diktatoren? Neue Details über die Finanzkrise? Oder doch nur die Listen, welcher Manager welche Praktikantin wann getroffen hat?</p>
<p>Alle Institutionen mit sensiblen Daten werden sich nun verschärft fragen müssen, wie ihre Daten gesichert sind. Dass die Diplomaten-Depeschen der US-Botschaften von hunderttausenden, wenn nicht gar Millionen Mitlesern ungefiltert nachzuvollziehen waren, ist mindestens ebenso ein Skandal wie der Geheimnisverrat selbst.  Und alle Informations-Besitzenden werden sich fragen müssen, mit wem sie über was reden. Was treibt einen &#8220;jungen FDP-Politiker&#8221; dazu, das Protokoll der Koalitionsverhandlungen an die US-Botschaft weiterzugeben? Geltungssucht? Wichtigtuerei? Oder wollte er auf eigene Faust die deutsch-amerikanischen Beziehungen retten?</p>
<p>Noch nie war Geheimnisverrat so einfach wie heute. Doch er kann verhindert werden: Institutionen, auch Firmen, müssen sich korrekt und ethisch verhandeln &#8211; und ihre Mitarbeiter korrekt und gut behandeln. Denn es geht im Kern um Vertrauen und Wertschätzung für die anderen und Fairness gegenüber allen: Wo das fehlt, werden sich die Betroffenen Kanäle für ihre Wut suchen.</p>
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		<title>Der Wahrheit schmutziger Tod</title>
		<link>http://starke-meinungen.de/blog/2010/07/28/der-wahrheit-schmutziger-tod/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 11:47:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Böhme</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Böhme]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Töten auf Kommando]]></category>
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		<description><![CDATA[Tot oder lebendig. So beängstigend einfach ist das, wenn in Afghanistan Jagd auf Top-Taliban gemacht wird. Task Force 373 heißt eine Eliteeinheit der US-Armee, die nur eine Aufgabe hat: die Führer der Feinde ausschalten. Gezielte Tötung wird das gemeinhin genannt. Auf der Liste stehen Islamisten ebenso wie Drogenhändler, Bombenbastler und Al-Qaida-Terroristen. Und wer auch nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tot oder lebendig. So beängstigend einfach ist das, wenn in Afghanistan Jagd auf Top-Taliban gemacht wird. Task Force 373 heißt eine Eliteeinheit der US-Armee, die nur eine Aufgabe hat: die Führer der Feinde ausschalten.</p>
<p>Gezielte Tötung wird das gemeinhin genannt. Auf der Liste stehen Islamisten ebenso wie Drogenhändler, Bombenbastler und Al-Qaida-Terroristen. Und wer auch nur einen kleinen Teil der mehr als 90.000 Dokumente über den Einsatz am Hindukusch liest, die jetzt auf der Internetplattform WikiLeaks für alle zugänglich gemacht wurden, kommt um eine Erkenntnis nicht herum: Krieg ist und bleibt ein schmutziges, ja ein dreckiges Geschäft. <span id="more-1779"></span></p>
<p>Jenseits jeder Kontrolle und Gerichtsbarkeit schwärmen geheime Killerkommandos aus und töten bis zur Routine. Geordnet nach einer Prioritätenliste gehen die Spezialkräfte voran. Leichen pflastern ihren Weg. Auf der Strecke bleiben auch viele unbeteiligte Zivilisten – und die Wahrheit.</p>
<p>Alles ganz schlimm, keine Frage. Aber wirklich überraschend? Wohl kaum. Und so ist die Erregungskurve ein paar Tage lang emporgeschnellt, um jetzt schon wieder ein normales Maß an Desinteresse anzusteuern. Aufregung, das war gestern. Der Alltag fernab des Kriegs hat uns wieder.</p>
<p>Wie anders wäre es, man würde Afghanistan durch Westjordanland oder Gaza ersetzen, die US-Einheiten durch israelische Soldaten und die Taliban durch Hamas oder die Al-Aksa-Brigaden. Der öffentliche Aufschrei wäre immens und würde lange anhalten. Das klänge dann so: Unfassbar, ein Rechtsstaat, eine Demokratie, die gezielt tötet? Nur Jerusalem ist zu so etwas Abscheulichem und Rücksichtslosem fähig. Einfach empörend. Aber wir haben es ja schon immer geahnt. Die Juden haben eben nichts aus der Geschichte gelernt. Sie behandeln die Palästinenser wie die Nazis.</p>
<p>Doppelte Standards nennt man so etwas. Israels Handeln wird stets mit zweierlei Maß gemessen. Dies festzuhalten, heißt nicht, alles, was Jerusalem tut und lässt, zu verteidigen oder gar gutzuheißen. Doch immer wieder wird dabei gerne unter den Tisch gekehrt, dass der jüdische Staat von Feinden umzingelt ist. Faktisch befindet er sich zum Beispiel im Kriegszustand mit der Hamas in Gaza.</p>
<p>Das sehen die Islamisten genauso. Sie haben sich auf die grünen Fahnen geschrieben, die Zionisten zurück ins Meer zu treiben – mit Gewalt. Wie würden wir in Deutschland reagieren, wenn Selbstmordattentäter sich in Diskotheken in die Luft sprengten und unsere Kinder mit in den Tod rissen? Wäre es so ausgeschlossen, dass auch wir Elitekämpfer losschicken, um die Terroristenführer auszuschalten, sie gegebenenfalls gezielt zu töten?</p>
<p>Eine erschreckende Vorstellung, sicherlich. Aber das sollte man sich vergegenwärtigen, bevor wieder mal der Stab über Israel gebrochen wird. Afghanistan und Gaza – beides steht stellvertretend für Gewalt, Tod, Dreck und moralische Niederlagen. Und die Angst davor.</p>
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		<title>Moderner Faschismus – Heli Killing in Bagdad</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Apr 2010 23:11:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rainer Burchardt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer Burchardt]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Irak]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Gates]]></category>
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		<category><![CDATA[Weltpolizist]]></category>
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		<description><![CDATA[Unglücklich und sicher nicht hilfreich“ – mit diesem zynischen Kommentar reagierte US-Verteidigungsminister Robert Gates auf die jetzt von „wikileaks“ veröffentlichten Filme über das „Heli-Killing“ von Bagdad. Ohne Not und geradezu mit diebischer Freude am Töten wurden Zivilisten in Bagdad anno 2007 von US-Soldaten aus der Luft förmlich hingerichtet. Auch auf Helfer, die herbeieilten eröffneten die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unglücklich und sicher nicht hilfreich“ – mit diesem zynischen Kommentar reagierte US-Verteidigungsminister Robert Gates auf die jetzt von „wikileaks“ veröffentlichten Filme über das „Heli-Killing“ von Bagdad.</p>
<p>Ohne Not und geradezu mit diebischer Freude am Töten wurden Zivilisten in Bagdad anno 2007 von US-Soldaten aus der Luft förmlich hingerichtet. Auch auf Helfer, die herbeieilten eröffneten die schießwütigen Yankees das Feuer: Gesamtbilanz mindestens zwölf Tote und zwei schwer verletzte Kinder. Der ganz Banale alltägliche Faschismus von Besatzungssoldaten im Irak. <span id="more-1236"></span></p>
<p>Und das schlimmste: Drei Jahre dauerte es, bis diese offenbar vom amerikanischen Militär sorgsam  geheim gehaltenen Aufnahmen über das Internet das Licht einer schockierten Weltöffentlichkeit erblickten. Doch anscheinend  ist dies bis heute niemandem in Washington peinlich – ein gezielter Mord, der bestenfalls Ergebnis einer leichtfertigen irrtümlichen Schlussfolgerung sein kann, wird mal eben mit Schulterzucken zur Kenntnis genommen. Kann doch mal passieren, dass Teleobjektive von Fotografen mit Gewehrläufen verwechselt werden.</p>
<p>Das übertrifft sogar die „Ballade vom  Kameramann“, der 1973 seine eigene Ermordung durch einen Pinochet-Soldaten filmte. Biermann sang damals: „Der Mann legt die Kamera an, der Soldat legt auf den Kameramann an“. Wie damals kommt auch heute die „Macht aus den Mündungen und aus den Mündern nicht…“</p>
<p>Das also ist die amerikanische Variante des Demokratisierungsprozesses im Irak und anderswo. Und parallel zu diesen Bildern lässt sich Barack Obama als Atomgegner feiern und warnt vor dem angeblich drohenden „Nuklearterrorismus“. Die täglich aktiven Terroristen indessen sitzen in Hubschraubern und Panzern von Besatzungsarmeen, die in diesen Regionen der Welt nichts, aber auch gar nichts verloren haben. Ihre schlimme Devise lautet: Öl für Blut, denn nach wie vor geht es um die Sicherung des Zugangs zu den Ölquellen. Dieser Zweck heiligt offenbar jedes Mittel. Wenn jetzt sogar in Afghanistan Hamid Karsai allmählich begreift, was für ein schändliches Spiel der „Westen“ mit seinem Volk treibt und sich von den „Beschützern“ abwendet, so sagt das alles. Und wer, was Deutschland angeht, schlüssig beweisen kann, dass wir unsere Freiheit am Hindukusch verteidigen, der kriegt einen Groschen.</p>
<p>Das alles wäre zum Lachen wäre es nicht so ernst. Todernst. Es wird immer deutlicher: die Koalition der Willigen hat sich verrannt, ob im Irak, Afghanistan oder anderswo. Die einzig verbliebene so genannte „Supermacht USA“ hat grandios versagt bei ihrer usurpierten Rolle eines Weltpolizisten. Washington und die Verbündeten sind dabei, weltweit ihren letzten Rest an Werte-Reputation zu verspielen. Je schneller diese unwürdigen Auslandseinsätze beendet werden, desto besser: Sie haben bislang statt weniger mehr Terror gebracht. Auf allen Seiten.</p>
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