<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>starke-meinungen.de &#187; Taliban</title>
	<atom:link href="http://starke-meinungen.de/blog/tag/taliban/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://starke-meinungen.de/blog</link>
	<description>zur Bundestagswahl 2009</description>
	<lastBuildDate>Mon, 06 Feb 2012 23:20:03 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Wenn Frieden droht &#8211; eine Polemik</title>
		<link>http://starke-meinungen.de/blog/2011/06/22/wenn-frieden-droht-eine-polemik/</link>
		<comments>http://starke-meinungen.de/blog/2011/06/22/wenn-frieden-droht-eine-polemik/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 22 Jun 2011 17:14:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Böhme</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Böhme]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Taliban]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://starke-meinungen.de/blog/?p=2758</guid>
		<description><![CDATA[Heute, Jahre nach der Kapitulation, kann wohl keiner mehr so recht sagen, wann der Krieg in Afghanistan verloren ging und das Land begann, zum Steinzeit-Islamismus zurückzukehren. Aber der eine oder andere wird sich zumindest noch schemenhaft daran erinnern, wie die Taliban erstmals als &#8220;Teil der afghanischen Gesellschaft&#8221; bei einer Friedenskonferenz willkommen geheißen wurden. War das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute, Jahre nach der Kapitulation, kann wohl keiner mehr so recht sagen, wann der Krieg in Afghanistan verloren ging und das Land begann, zum Steinzeit-Islamismus zurückzukehren. Aber der eine oder andere wird sich zumindest noch schemenhaft daran erinnern, wie die Taliban erstmals als &#8220;Teil der afghanischen Gesellschaft&#8221; bei einer Friedenskonferenz willkommen geheißen wurden.</p>
<p>War das nicht in Bonn, ungefähr Ende 2011? Richtig, es begann mit etwas verschämten Gesprächen zwischen amerikanischen Militärs und den Radikal-Islamisten. Dann folgte der Kotau. Vernünftig nannte man die Verhandlungen, schließlich müsse am Hindukusch endlich Ruhe einkehren. Was konkret bedeutete: Bloß raus hier! <span id="more-2758"></span>Lasst unsere Soldaten nicht länger dort verrecken, es gibt eh keinen Blumentopf zu gewinnen. Und eine frei zugängliche Schule mehr oder weniger bringt den Menschen ohnehin keine wirkliche Freiheit. Diesen archaischen Stämmen ist ja Demokratie genauso fremd wie ein Schluck aus der Schnapspulle. Der Westen jedenfalls hat seine Pflicht und Schuldigkeit zehn endlose Jahre lang getan. Nach uns die religiös verbrämte Macht-Sintflut der Taliban.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dann ging alles ziemlich schnell. Schon Anfang 2012 war ein Abkommen unter Dach und Fach. Die US-Soldaten und ihre alliierten Kollegen zogen sich noch im Laufe des Jahres aus diesem unwirtlichen Land zurück – noch schneller, als sie gekommen waren. Schon Ende 2011 hatten sich einige Verbündete aus dem Wüstenstaub gemacht. Der Druck der Öffentlichkeit auf die Regierungen war einfach zu groß geworden. Wer riskiert schon wegen eines derart beschissenen Krieges für ein paar Burka-Trägerinnen und deren Kinder seine Wiederwahl? Und haben wir diesen Osama bin Laden nicht zur Strecke gebracht? Eben. Auftrag erfüllt. Und die braven Taliban morden ja nur noch auf eigenem Boden. Wenn das kein Erfolg ist!</p>
<p>Die Islamisten standen nach Abzug der Truppen Gewehr bei Fuß. Auf die neuerliche Machtübernahme hatten sie sich gut vorbereitet. Ein Dorf nach dem anderen fiel ihnen in die Hände. Und dann wurde das zeitweise ungehorsame, Allah verleugnende Volk wieder auf totalitären Kurs gebracht. Ein paar Steinigungen hier, ein paar Galgen dort. Im Handumdrehen war alles wieder beim Alten. Der Scharia sei Dank. Aber immerhin die neu gebauten Schulen blieben erhalten, wenn auch nur mit einem einzigen Unterrichtsfach – Koranlehre – und allein für Jungen zugänglich. Ein paar Menschenrechtsgruppen empörten sich pro forma, ansonsten herrschte im Westen ohrenbetäubendes Schweigen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Was auch sonst? Irgendwie peinlich das Ganze: Erst mit viel Trara rein und dann heimlich, still und leise wieder raus. Außer ein paar Milliarden Spesen nichts gewesen, von den Gefallenen einmal abgesehen. Und der Glaubwürdigkeit, die geopfert wurde. Aber wen schert&#8217;s? Keinen. Im Gegenteil: Einige wie Ex-Bischöfin Margot Käßmann, inzwischen per Volksabstimmung zur Bundespräsidentin auf Lebenszeit gewählt, sahen sich bestätigt. &#8220;Nichts ist gut in Afghanistan&#8221;, hatte sie einst als selbst ernannte Expertin analysiert und gefordert, lieber mit den Taliban zu beten, als sie zu bombardieren. Ihr Wunsch ist zumindest teilweise in Erfüllung gegangen. Gemeinsamen Bibelstunden hatten die muslimischen Fundamentalisten allerdings eine klare Absage erteilt. Mit Pazifismus und Nächstenliebe hätten sie es halt nicht so, sorry.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ach Gott, ist das lange her, als wir die Afghanen den Taliban ausgeliefert und das Pflänzchen Freiheit begraben haben. Friede sei mit ihm.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://starke-meinungen.de/blog/2011/06/22/wenn-frieden-droht-eine-polemik/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>11</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Aristoteles für Arme</title>
		<link>http://starke-meinungen.de/blog/2011/05/18/aristoteles-fur-arme/</link>
		<comments>http://starke-meinungen.de/blog/2011/05/18/aristoteles-fur-arme/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 17 May 2011 23:07:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Eilfort</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Eilfort]]></category>
		<category><![CDATA[George W. Bush]]></category>
		<category><![CDATA[Neoliberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Osama bin Laden]]></category>
		<category><![CDATA[Richard David Precht]]></category>
		<category><![CDATA[Taliban]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://starke-meinungen.de/blog/?p=2688</guid>
		<description><![CDATA[Keiner manövriert so zielsicher hinter dem Übergang von gesinnungsethisch hochstehender Gutmenschen-Philosophie zu atemberaubender Ignoranz wie der Aristoteles für Arme: Richard David Precht, der uns schon mit seiner Unkenntnis der sozialen Marktwirtschaft und der Bedienung aller vulgären Klischees zum „Neoliberalismus“ erstaunt hat, geruhte nun zum Fall Bin Laden bzw. zu dessen Ende festzustellen: „Der Staat darf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Keiner manövriert so zielsicher hinter dem Übergang von gesinnungsethisch hochstehender Gutmenschen-Philosophie zu atemberaubender Ignoranz wie der Aristoteles für Arme: Richard David Precht, der uns schon mit seiner Unkenntnis der sozialen Marktwirtschaft und der Bedienung aller vulgären Klischees zum „Neoliberalismus“ erstaunt hat, geruhte nun zum Fall Bin Laden bzw. zu dessen Ende festzustellen: „Der Staat darf sich nicht das Recht auf Selbstjustiz vorbehalten. Mit dem gleichen Recht könnten die Taliban in die USA gehen und George W. Bush auf seiner Ranch erschießen.“ <span id="more-2688"></span></p>
<p>Auch wenn Precht an anderer Stelle einräumt, man könne das Vorgehen der Amerikaner pragmatisch verstehen: Dieser Vergleich ist abenteuerlich und verrät, wie sehr dem TV-Dauertalker die Maßstäbe abhanden gekommen sind: Einmal stellt Precht den frei gewählten Präsidenten eines demokratischen Staates – auch wenn man ihn nicht lieben muss &#8211; auf eine Stufe mit dem selbsternannten „Führer“ Bin Laden.</p>
<p>Zum Zweiten erscheinen damit ein Rechtsstaat und die religiös verbrämte Männer-Clique der Taliban quasi auf Augenhöhe.</p>
<p>Und drittens wird die von einem UN-Mandat gedeckte und mit vielen Verbündeten betriebene Bekämpfung eines terrorproduzierenden Regimes als FOLGE-Maßnahme gleichgestellt mit dem Terror-Angriff auf das World Trade Center in New York City als URSACHE.</p>
<p>Da fehlt nicht mehr viel, um Bush zum Aggressor und Bin Laden zum Opfer zu verklären. Noch ungeheuerlicher ist nur, dass sich über derartigen Unfug niemand mehr aufzuregen scheint. Wer sind wir eigentlich, und wenn ja, wie abgestumpft?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://starke-meinungen.de/blog/2011/05/18/aristoteles-fur-arme/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>13</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Gerechtigkeit Genüge getan</title>
		<link>http://starke-meinungen.de/blog/2011/05/02/der-gerechtigkeit-genuge-getan/</link>
		<comments>http://starke-meinungen.de/blog/2011/05/02/der-gerechtigkeit-genuge-getan/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 May 2011 16:41:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Böhme</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Böhme]]></category>
		<category><![CDATA[Al-Kaida]]></category>
		<category><![CDATA[Obama]]></category>
		<category><![CDATA[Osama bin Laden]]></category>
		<category><![CDATA[Taliban]]></category>
		<category><![CDATA[Terror]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://starke-meinungen.de/blog/?p=2637</guid>
		<description><![CDATA[Die Welt kann aufatmen und – ja, auch das – sich freuen, zumindest für einen Moment. Osama bin Laden ist tot, gestorben im Kugelhagel amerikanischer Elitesoldaten. Fast zehn Jahre nach den Anschlägen von New York und Washington ist dem Leben des meistgesuchten Mannes unseres Planeten in Pakistan mit Gewalt ein Ende bereitet worden – ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Welt kann aufatmen und – ja, auch das – sich freuen, zumindest für einen Moment. Osama bin Laden ist tot, gestorben im Kugelhagel amerikanischer Elitesoldaten. Fast zehn Jahre nach den Anschlägen von New York und Washington ist dem Leben des meistgesuchten Mannes unseres Planeten in Pakistan mit Gewalt ein Ende bereitet worden – ein gleichermaßen vorhersehbares und verdientes.</p>
<p>Auch, wenn es ein Sieg des Rechtsstaates und damit der westlichen Wertegemeinschaft gewesen wäre, hätte sich der Terrorpate vor einem weltlichen Gericht verantworten müssen. Statt Elektrischem Stuhl nun gezielte Kopfschüsse.<span id="more-2637"></span></p>
<p>Glückwunsch, eine angemessene Strafe, denkt man, ohne sich dafür zu schämen. Denn das Blut Tausender Opfer klebte an bin Ladens Händen. Es besteht also für vernunftbegabte Menschen überhaupt kein Grund, dem Terrorpaten, dem Gründer und Spiritus Rector von Al Qaida eine Träne nachzuweinen. Viele Jahre hielt der Islamist die Welt mit den von ihm zunächst befohlenen und finanzierten, später meist nur noch gutgeheißenen Anschlägen in Atem. Osama bin Laden – das war die Chiffre für die mörderische Verbindung von Koran und Kalaschnikow, für den »Heiligen Krieg« im Namen Allahs, für das Blutvergießen von unschuldigen Menschen, vor allem – das wird gerne vergessen – von Muslimen. Dass dieser Mörder jetzt zur Strecke gebracht wurde, ist ein kleiner Triumph für den gerne als Weichei gescholtenen Barack Obama, das durch den 11. September 2001 in seinen Grundfesten erschütterte Amerika und den großen Rest der freien Welt. Wie formulierte es der US-Präsident so treffend? Der Gerechtigkeit ist Genüge getan.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das klingt nach Erleichterung und Befriedigung. Zu Recht. Aber im Überschwang der Gefühle sollte sich keiner dazu verleiten lassen, jetzt den Beginn einer neuen, einer besseren, weil friedlicheren Welt zu erwarten. Das wäre gefährlich, ja sträflich naiv. Der islamistische Terror ist mit Osama bin Ladens Ableben nicht von der Erde verschwunden. Das Gegenteil ist der Fall. Längst führen Al Qaida und deren diverse Ableger ein Eigenleben. Längst sind die Attentäter in kleinen autarken Einheiten organisiert, die selbst entscheiden, wann und wo sie zuschlagen. Und längst radikalisieren sich viele Fanatiker in Amerikas und Europas Großstädten, also zu Hause. Auch in Deutschland. Das haben die jüngsten Festnahmen dreier Bombenbastler in Nordrhein-Westfalen gezeigt. Und wie man Sprengsätze baut, ist ohne Probleme im Internet nachzulesen. Dafür braucht es keine Ausbildungslager mehr in Afghanistan oder Pakistan.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Womöglich wird Osama bin Laden als Untoter noch viel gefährlicher als der Saudi es, ständig auf der Flucht, de facto in den vergangenen Jahren war. Sein Tod geht einher mit der Geburt einer Märtyrerlegende. Ein Terrorfürst aus dem Jenseits, ein mystisch verklärter Kämpfer gegen den überheblichen, schwachen Westen, eine ideologisch unangreifbare Leitfigur &#8211; das könnte sich schon sehr bald als wirklich bedrohlich erweisen. Denn einem solchen Phänomen, dieser tödlichen Geisteshaltung, ist mit Kugeln und Raketen nicht beizukommen. Ein Terrormonstrum ist tot, doch viele andere Monstren dieser Art sind quicklebendig.</p>
<p>War also alles vergeblich? War es gar kontraproduktiv, einen wie Osama bin Laden endgültig auszuschalten? Keineswegs! Die USA haben deutlich gemacht, dass sie gewillt sind, gegebenenfalls viel Zeit und Geld zu investieren, um Terroristen und ihre Helfershelfer aufzuspüren und zur Rechenschaft zu ziehen. Die Botschaft lautet: Niemand kann sich und seiner Sache sicher sein. Eine klare Botschaft. Vielleicht vernehmen sie auch die vielen Gaddafis, die Mörder von Hisbollah und Hamas. Sie wären gut beraten.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://starke-meinungen.de/blog/2011/05/02/der-gerechtigkeit-genuge-getan/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Osama bin Laden: Nachruf auf einen Gescheiterten</title>
		<link>http://starke-meinungen.de/blog/2011/05/02/osama-bin-laden-nachruf-auf-einen-gescheiterten/</link>
		<comments>http://starke-meinungen.de/blog/2011/05/02/osama-bin-laden-nachruf-auf-einen-gescheiterten/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 May 2011 12:14:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alan Posener</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alan Posener]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Al-Kaida]]></category>
		<category><![CDATA[Osama bin Laden]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>
		<category><![CDATA[r]]></category>
		<category><![CDATA[RAF]]></category>
		<category><![CDATA[Taliban]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://starke-meinungen.de/blog/?p=2634</guid>
		<description><![CDATA[Die gezielte Tötung Osama bin Ladens ist eine gute Nachricht. Sie kommt zehn Jahre nach den Anschlägen, die ihn weltberühmt machten und zugleich sein Schicksal besiegelten. Sie kommt zu einem Zeitpunkt, da die Jasmin-Revolution die Parolen Al Qaidas wie Botschaften aus einer anderen Zeit erscheinen lässt. Natürlich lebte – und lebt – die Organisation ohnehin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die gezielte Tötung Osama bin Ladens ist eine gute Nachricht. Sie kommt zehn Jahre nach den Anschlägen, die ihn weltberühmt machten und zugleich sein Schicksal besiegelten. Sie kommt zu einem Zeitpunkt, da die Jasmin-Revolution die Parolen Al Qaidas wie Botschaften aus einer anderen Zeit erscheinen lässt. <span id="more-2634"></span></p>
<p>Natürlich lebte – und lebt – die Organisation ohnehin in einem ideologischen Paralleluniversum; aber es war schon immer falsch, Al Qaida als eine Art Überbleibsel des Mittelalters zu betrachten, bloß weil sich Osama bin Laden der Rhetorik des Kampfs gegen die „Kreuzzügler“ bediente und von der Wiederherstellung eines Kalifats von Andalusien bis Indien faselte. Al Qaida war – und ist – ein Produkt der Moderne, das nicht nur eine Fastfood-Variante des Islam predigt, sich moderner Kampfmittel und Logistik bedient und sich per Franchising und Viralmarketing  als globale Marke etabliert hat, sondern das eine Antwort war auf den heutigen – oder eben: gestrigen – Zustand der islamischen, besonders aber der arabischen Welt. Eine pervertierte Antwort zwar, aber eine Antwort.</p>
<p>Es mag hilfreich sein, daran zu erinnern, dass unsere eigenen Erfahrungen mit dem Terrorismus nicht so lange zurückliegen. Und dass auch die RAF nicht nur eine Ausgeburt kranker Hirne, sondern auch eine pervertierte Antwort auf bestimmte politische und gesellschaftliche Zustände war.</p>
<p>Wie die Terroristen der RAF und der Bewegung 2. Juni einerseits die Emanzipationsbewegung von 68 pervertierten, andererseits die der Bewegung innewohnenden Dämone und Potenzen freilegten und zugleich gerade jene ideologischen Muster und Strukturen des Nationalsozialismus zwanghaft wiederholten, die zu bekämpfen sie vorgaben – ja wohl ehrlich glaubten; so wirkt Al Qaidas Kampf gegen die korrupten und verkommenen arabischen Herrscher wie eine pervertierte Vorwegnahme der Jasmin-Revolution, die zugleich auch erkennen lässt, welche Dämonen und Potenziale ihr innewohnen; und am Ende wirkte auch Osama bin Laden in seiner abgeschirmten Villa wie ein Abbild jener Diktatoren, die zu bekämpfen er vorgab und wohl ehrlich glaubte.</p>
<p>Und wie die RAF und die Bewegung 2. Juni endgültig wie aus der Zeit gefallen wirkten, als der Kommunismus im Ostblock zusammenbrach und es sich zeigte, dass für Millionen Menschen dort der verachtete Westen die Utopie verkörperte, so war Osama bin Laden lange vor seiner physischen Vernichtung politisch erledigt – spätestens, als mit dem Beginn der Jasmin-Revolution sich zeigte, dass für Millionen in der arabischen Welt der verachtete Westen die Utopie verkörpert.</p>
<p>Man wende nicht ein, dass man auch ohne den Zusammenbruch des Kommunismus und ohne die Jasmin-Revolution wissen konnte, dass der Weg des Terrorismus moralisch verwerflich und politisch kontraproduktiv ist. Natürlich konnte man das. Die RAF sprach auch nie für die westdeutsche Linke, und Al Qaida nie für die islamische Welt. Wenn aber ein erzmoralischer und kluger linkskatholischer Autor wie Heinrich Böll eine Novelle schreiben konnte, in der eine Antwort auf die Frage, „wie Gewalt entsteht“ versprochen wird und unverblümt die These vertreten wird, sie entstehe, weil die Bild-Zeitung die Ehre ihrer Opfer zerstöre; wenn die RAF gerade auf das westdeutsche Bürgertum bis heute eine für mich kaum nachvollziehbare Faszination ausübte, so sollte man angesichts der ungleich schlimmeren Situation in der arabischen Welt das Faszinosum Al Qaida begreifen, wenn auch nicht nachvollziehen können. Die Faszination war immer gefährlicher als die militärische Potenz oder gar der ideologische Einfluss beider Organisationen.</p>
<p>Beide hätten überhaupt nur eine Chance gehabt, wenn ihre Feinde mit jener blindwütigen Dummheit reagiert hätten, die ihnen die Terroristen unterstellten. Zwar gab es in beiden Fällen Überreaktionen. Die Regierungen Brandt und Schmidt gingen im Kampf gegen den linken Extremismus mit Berufsverboten, brutalen Polizeieinsätzen, Rasterfahndungen, Razzien und Generalverdächtigungen bis an die Grenze dessen, was unter dem Begriff „wehrhafte Demokratie“ vertretbar erscheint, teilweise darüber hinaus. Die Regierungen Bush und Obama nahmen und nehmen sich im „Krieg gegen den Terror“ Freiheiten heraus, von Guantanamo über die – viel schlimmeren – „renditions“ bis hin zu den Drohnen-Anschlägen in Nordpakistan, die teilweise die Grenzen des Rechtsstaates und des internationalen Rechts übertreten.</p>
<p>Und doch war das „rote Jahrzehnt“ 1970 – 1980, in dem der Kampf gegen den linksextremen Terror mit dem „deutschen Herbst“ 1977 seinen Höhepunkt erreichte, zugleich auch ein Jahrzehnt der Reformen, die das Geraume von der „Faschisierung“ der Gesellschaft als absurd erscheinen ließen. Und auch George W. Bush hat seinen ursprünglichen Fehler, den Krieg gegen den Terror als „Kreuzzug“ zu bezeichnen, schnell korrigiert und mit seinem Moscheebesuch und seiner Definition des Kampfs gegen Al Qaida als Kampf um die Demokratisierung der islamischen Welt klar gemacht, dass es eben nicht um einen „Kampf der Kulturen“ geht, sondern um einen Kampf der multikulturellen Zivilisation gegen die Barbarei. Ob der Sturz der Taliban-Regierung in Afghanistan und Saddam Husseins im Irak dabei hilfreich waren oder nicht, mag die Geschichte urteilen. Ich glaube, ja. Die Wende im Geschick Al Qaidas kam jedenfalls, als die gegen die Amerikaner kämpfenden sunnitischen Stämme im Westen des Irak, entsetzt über die Grausamkeit der Qaida-Kämpfer vor Ort, das Bündnis mit den Terroristen aufkündigten und mit den Besatzungstruppen zu kooperieren begannen. Kurz danach streckten die Taliban erste Fühler zur Regierung Karzai aus.</p>
<p>Auch in den westlichen Gesellschaften ist der Krieg der Kulturen ausgeblieben, trotz der Anschläge in London und Madrid, trotz der Karikaturen-Affäre und der Revolte in den Pariser Banlieus, trotz Ehrenmorde, Münchner U-Bahn-Attacke und Rütlischule. Zwar ist die Atmosphäre gereizt, wie Sarrazin und Wilders, Burka-Verbot und Proteste gegen die „Moschee am Ground Zero“ zeigen. Einen Tag vor der Tötung Osama bin Ladens wurden in Deutschland islamistische Terroristen festgenommen, die einen Massenmord geplant haben sollen. Den Terror sind wir mit dem Tod des Terroristenchefs nicht los. Aber Osama geht in die Geschichte ein als einer, der nicht nur böse war, sondern der auch gescheitert ist.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://starke-meinungen.de/blog/2011/05/02/osama-bin-laden-nachruf-auf-einen-gescheiterten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>60</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der liebe Talib</title>
		<link>http://starke-meinungen.de/blog/2010/07/15/der-liebe-talib/</link>
		<comments>http://starke-meinungen.de/blog/2010/07/15/der-liebe-talib/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 15 Jul 2010 22:58:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Böhme</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Karsai]]></category>
		<category><![CDATA[Taliban]]></category>
		<category><![CDATA[UN-Terrorliste]]></category>
		<category><![CDATA[Westerwelle]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://starke-meinungen.de/blog/?p=1746</guid>
		<description><![CDATA[In Afghanistan wird gestorben. Täglich, vielfach und das schon seit Jahren. Durch todbringende Gewalt. Der Krieg fordert seine Opfer. Einfache Frauen, Kinder, Männer sind es und Soldaten der westlichen Alliierten. Hier ein Luftangriff, dort eine Sprengfalle. Und kein Ende des Grauens in Sicht. Wer sehnte sich da nicht nach Frieden? [Weiterlesen...] Auch Hamid Karsai tut [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Afghanistan wird gestorben. Täglich, vielfach und das schon seit Jahren. Durch todbringende Gewalt. Der Krieg fordert seine Opfer. Einfache Frauen, Kinder, Männer sind es und Soldaten der westlichen Alliierten. Hier ein Luftangriff, dort eine Sprengfalle.</p>
<p>Und kein Ende des Grauens in Sicht. Wer sehnte sich da nicht nach Frieden? <span id="more-1746"></span>[Weiterlesen...] Auch Hamid Karsai tut das. Und als Staatschef eines geschundenen Landes ist es seine wichtigste Aufgabe, nichts unversucht zu lassen, um dieses Ziel so rasch wie möglich zu erreichen. Mit viel Geld und ein paar guten Worten will der Paschtune Taliban-Kämpfer davon überzeugen, dass es sich lohnt, die Waffen niederzulegen. Also macht Karsai den Islamisten immer wieder Angebote.</p>
<p>Das jüngste wird den Taliban besonders gefallen haben: Der Präsident will sich dafür einsetzen, dass die Namen vieler Aufständischer von der UN-Terrorliste gestrichen werden. Im Namen der Aussöhnung. Und mit Unterstützung des deutschen Außenministers. Guido Westerwelle befürwortet nämlich die Reintegration von &#8220;Mitläufern&#8221;.</p>
<p>Das Problem ist nur: Die Taliban und ihre Anführer kümmert es herzlich wenig, ob sie als Terroristen gelten oder nicht. Sie sind von ihrer Mission überzeugt. Und die heißt &#8220;Rückkehr an die Macht&#8221;, mit allen Mitteln. Aus Afghanistan soll wieder ein Land werden, in dem allein die Scharia Maßstäbe setzt. Das ist der Kern ihres religiös fundierten Weltbildes.</p>
<p>Und das bringt man nicht ins Wanken, indem man einige Namen von irgendwelchen Listen streicht. Taliban sind Überzeugungstäter mit einer unumstößlichen Ideologie, für die sie jederzeit bereit sind zu sterben. Aber es gäbe doch auch gemäßigte Kräfte, heißt es immer wieder. Ja, die gibt es – in der Fantasie einiger selbst ernannter Experten.</p>
<p>Ihnen sei ein Gespräch mit einem angeblich moderaten &#8220;guten&#8221; Talib im Magazin Cicero zur Lektüre empfohlen. Mullah Abdul Salam Zaeef sagt dort unmissverständlich: &#8221; Wir alle sind dieselben Taliban, es gibt keine gemäßigten und keine radikalen.&#8221;   In die Kategorie Wunschdenken gehört auch die Vorstellung, die afghanische Regierung werde ab 2014, nach dem angekündigten vollständigen Abzug der internationalen Schutztruppe, selbst für Sicherheit sorgen können.</p>
<p>Denn es werden allenfalls ein paar Monate vergehen, bis die &#8220;Black-Turbans&#8221; im ganzen Land wieder ihr Schreckensregiment errichtet haben. Schon heute können die Islamisten im Grunde tun und lassen, was ihnen beliebt. Die Bärtigen wissen um ihre eigene Stärke und die Schwäche der Gegner. Und die äußert sich auch in dem Wunsch der Alliierten, lieber gestern als heute das Weite zu suchen.</p>
<p>Die Taliban brauchen also einfach nur abwarten, bis sich die ausländischen Soldaten aus dem afghanischen Staub machen. Dann sind sie wieder die Herren in einem Land ohne &#8220;Westimporte&#8221; wie Demokratie und Frauenrechte. Und das mühsam eroberte kleine Stückchen Freiheit am Hindukusch gehört der Vergangenheit an.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://starke-meinungen.de/blog/2010/07/15/der-liebe-talib/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Taliban in Nadelstreifen</title>
		<link>http://starke-meinungen.de/blog/2010/05/12/taliban-in-nadelstreifen/</link>
		<comments>http://starke-meinungen.de/blog/2010/05/12/taliban-in-nadelstreifen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 12 May 2010 10:32:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gastautor]]></category>
		<category><![CDATA[Banker]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[G20]]></category>
		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
		<category><![CDATA[Taliban]]></category>
		<category><![CDATA[Transferunion]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://starke-meinungen.de/blog/?p=1420</guid>
		<description><![CDATA[Von Alexander Görlach, Herausgeber und Chefredakteur &#8220;The European&#8221;: Der Ausdruck entspricht vielleicht nicht der Parlamentssprache: “Taliban in Nadelstreifen.” Gesine Lötzsch von der Linken hat aber, als sie den Begriff im Bundestag verwendet hat, dennoch ziemlich genau das auf den Punkt gebracht, was im Moment auf dem internationalen politischen Parkett passiert. Der Euro wird angegriffen – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von <strong>Alexander Görlach</strong>, Herausgeber und Chefredakteur <a title="Webseite von &quot;The European&quot;" href="http://www.theeuropean.de/">&#8220;The      European&#8221;</a>:</p>
<p>Der Ausdruck entspricht vielleicht nicht der Parlamentssprache: “Taliban in Nadelstreifen.” Gesine Lötzsch von der Linken hat aber, als sie den Begriff im Bundestag verwendet hat, dennoch ziemlich genau das auf den Punkt gebracht, was im Moment auf dem internationalen politischen Parkett passiert.</p>
<p>Der Euro wird angegriffen – und damit unsere politische Ordnung, die Sicherheit in der Europäischen Union. Und unser Wohlstand. Die nackte Angst grassiert: Was passiert mit unseren Rentenfonds und mit unseren Sparbüchern? Wir sprechen im Krieg gegen die islamistischen Taliban von asymmetrischer Kriegsführung. Worin liegen die Parallelen zu den Finanz-Taliban?<span id="more-1420"></span></p>
<p>Unser Feind ist unsichtbar: Es hieß in mehreren Meldungen am vergangenen Wochenende, dass “die Wall Street” gegen unsere Einheitswährung spekuliere. Händler wollten auf die Pleite einzelner Euro-Staaten und das Ende der Währungsunion wetten. Der Feind hat kein Gesicht, er kann überall sein. “Der Spekulant” agiert aus dem Hinterhalt.</p>
<p>Die Mächtigen der Welt rücken zusammen. Der Anschlag auf den Euro ist so gefährlich wie die Anschläge von 9/11. Auch hier gibt es Tote, in Athen sterben drei Menschen. Der Bündnisfall tritt ein. Grundlage hierfür ist der Artikel 122 des Vertrags von Lissabon.</p>
<p>Die Welt wird sich auf Jahre nicht erholen. Wir haben uns von 9/11 noch nicht erholt. Die Welt ist immer noch voller Taliban. Sie ziehen von Pakistan weiter in den Jemen. Spekulantenfreundliche Standorte wird es weiterhin geben. Die Koalition der Willigen hat sich zusammengefunden und über die Finanz-Terroristen obsiegt. Vorerst. Und nachhaltig zum Schaden der Union. Sie ist jetzt eine Transferveranstaltung mit überschuldeten Mitgliedern. Wird sie den nächsten Angriff überstehen?</p>
<p>Es wird sich nichts ändern. Seit Herbst 2008 folgt eine Beteuerung auf die nächste: Dem Finanzmarkt (es klingt wie eine unpersönliche Größe) werde man Ketten anlegen. Man werde ihn domestizieren. Die G20 haben gesprochen – und noch nichts geändert. Auch die Länder der Europäischen Union selbst sind nicht als die größten Aktivisten aufgefallen. Wollten sie überhaupt etwas ändern? Wäre Osama bin Laden nicht schon gefunden, wollte man ihn wirklich finden?</p>
<p>Es findet ein Kampf der Kulturen statt. Wer hat das Primat? Die Wirtschaft oder die Politik? Es ist ein Glaubenskampf. Die Finanz-Taliban führen den Götzen mit sich, den Fetisch des freien Marktes. Ob er am Ende des Krieges mit dem Gesicht nach unten im Staub liegen wird? In God we trust.</p>
<p>Wie bei dem verheerenden Bombardement in Kunduz, bei dem die Taliban nicht von den zivilen Afghanen zu unterscheiden waren, so sind auch im vorliegenden Fall nicht alle Banker Terroristen. Schuld ist individuell. Es sind nur einzelne Menschen gierig. Oder ist es doch das unmoralische System der Hedgefonds-Finanzwelt, das alles mit sich reißt? Systeme, so viel kann an dieser Stelle gesagt werden, haben die Eigenschaft, sich selbst zu erhalten, koste es, was es wolle.</p>
<p>zuerst erschienen in <a title="Webseite von &quot;The European&quot;" href="http://www.theeuropean.de/419-alexander-goerlach/2408-mangel-an-nachwuchs">www.theeuropean.de</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://starke-meinungen.de/blog/2010/05/12/taliban-in-nadelstreifen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

