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	<title>starke-meinungen.de &#187; Moscheen</title>
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	<description>zur Bundestagswahl 2009</description>
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		<title>Wir sind keine Sklaven unserer Gene</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Sep 2010 08:42:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastautor</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Warum der genetische Einfluss auf unsere Intelligenz unwichtig ist / Sarrazin übersieht die Epigenetik. VON PETER SPORK Muss man zu Thilo Sarrazin und seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ noch etwas sagen? Eigentlich nicht. Doch wer sich durch die vielen Internet-Foren geklickt hat, einmal gelesen hat, mit welcher Häme dort dumpfeste Ressentiments verbreitet werden, nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Warum der genetische Einfluss auf unsere Intelligenz unwichtig ist / Sarrazin übersieht die Epigenetik.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>VON PETER SPORK</p>
<p>Muss man zu Thilo Sarrazin und seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ noch etwas sagen? Eigentlich nicht. Doch wer sich durch die vielen Internet-Foren geklickt hat, einmal gelesen hat, mit welcher Häme dort dumpfeste Ressentiments verbreitet werden, nach dem Motto: „endlich dürfen wir sagen, was wir schon immer dachten“, was aber von „den Politikern und anderen Linken“ verboten wurde, der mag nicht schweigen.</p>
<p>Irgendwelche Menschen – vermutlich ganz normale Mitbürger, die uns auf der Straße vielleicht sogar sympathisch erschienen – schwafeln von der „Wahrheit, die endlich mal jemand auszusprechen wagt“, sie halten Sarrazins Buch allen ernstes für „mutig“, „wichtig“ oder „ehrenhaft“, freuen sich, dass so genannte „Volkspädagogen“ und „Meinungsdespoten“ jetzt „endlich Klartext“ serviert bekommen. Einige von ihnen sehen unser Land schon bald von „Moscheen überwuchert und Muezzin-Gesängen übertönt“. Andere behaupten, schon heute könne man sich in einer normalen deutschen Großstadt kaum noch deutsch verständigen. Es ist grauenhaft.</p>
<p>Denn tatsächlich redet Sarrazin mit seiner biologistischen Argumentation von etwas, wovon er keine Ahnung hat. <span id="more-1928"></span>Er hält die Gene für ein unsichtbares Bindeglied innerhalb einer Kultur – dabei unterliegt diese einer kulturellen, keiner biologischen Evolution. Er meint zudem, nur weil eine bestimmte Veranlagung zu einem gewissen Grad genetisch fixiert ist, sei sie in einer bestimmten Kultur besonders ausgeprägt oder in einer bestimmten Ethnie überdurchschnittlich häufig vertreten. Dabei gibt es – von sehr wenigen, noch dazu seltenen monogenen Erbleiden abgesehen – praktisch kein relevantes Merkmal, das nicht von vielen Genen zugleich abhängig ist. Eine derart komplexe Eigenschaft wie Intelligenz (vermutlich eines der komplexesten Merkmale überhaupt, an dem vielleicht viele tausend Gene gleichzeitig mitwirken), kann also schon aufgrund der unfassbar zahlreichen daran beteiligten genetischen Variabilitäten überhaupt nicht innerhalb einer ethnischen Gruppe spürbar anders ausgeprägt sein, als innerhalb einer anderen.</p>
<p>Auch wenn es Thilo Sarrazin nicht wahrhaben möchte: Die Menschen sind genetisch gesehen eine unerhört homogene Gruppe. Selbst, dass die Schimpansen weniger intelligent sind als wir, hat vermutlich vor allem mit nichtgenetischen Einflüssen zu tun, etwa der anderen biologischen Entwicklung des Gehirns und einer anderen Kontrolle der Genexpression in den beteiligten Nervenzellen.</p>
<p>Ein weiteres Beispiel: Daran, dass Zebrafinken singen können, sind 600 Gene beteiligt. Und es ist völlig unwahrscheinlich, dass ein Fink bei all diesen 600 Genen ausschließlich jene Varianten geerbt hat, die ihn besonders schön oder besonders hässlich zwitschern lassen. Jeder Statistiker sieht sofort, dass die überwiegende Mehrheit der Zebrafinken durchschnittlich schön zwitschern dürfte, weil sie ungefähr ähnlich viele „bessere“ wie „schlechtere“ Genvarianten geerbt hat. Viel gravierender als diese sich selbst nivellierende Genetik sind Signale aus der Umwelt, etwa die Zeit, die Jungtiere hatten, in Ruhe dem Gesang älterer Vögel zu lauschen. Diese Einflüsse verändern nicht die einzelnen Gene, sondern das gesamte Genaktivitätsmuster der beteiligten Nervenzellen. Sie wirken auf alle 600 Gene zugleich und haben somit die Fähigkeit, das Potenzial, das in den Genen steckt optimal zu nutzen oder schlimmstenfalls drastisch abzusenken. Erst wenn zwei Vögel in einer vergleichbaren Umwelt aufwachsen, steigt der messbare genetische Einfluss auf ihre Sangesleistung an.</p>
<p>Aus dem gleichen Grund gibt es unter uns Menschen kaum Riesen und kaum Kleinwüchsige sondern zumeist durchschnittlich große Individuen. Dass wir Menschen im Durchschnitt seit einigen Jahrzehnten immer größer werden, dass unsere Lebenserwartung steigt, und dass unsere Intelligenz – oder das, was wir in Intelligenztests messen – kontinuierlich wächst, hat nichts mit Genetik zu tun. Dafür sind die Trends zu schnell. Es ist eine Folge der verbesserten Umweltbedingungen.</p>
<p>Gerade beim Thema Intelligenz ist offensichtlich: Die genetischen Unterschiede – mögen sie auch noch so groß sein – können bei verschieden aufgewachsenen Menschen nur einen geringen Teil zur unterschiedlichen Intelligenz beitragen. Mindert eine der unzähligen Genvarianten die Intelligenz, erhöht sie eine andere. Nur wenn die Umweltbedingungen zweier Menschen ähnlich sind – wenn die Mütter während der Schwangerschaft ähnlich viel oder wenig Belastungen ausgesetzt waren, wenn die Eltern und Erzieher in den ersten Lebensjahren für eine vergleichbare Dosis an Geborgenheit und anregender Umgebung mit vielen Lernanreizen und Entfaltungsmöglichkeiten gesorgt haben – dann steigt der messbare genetische Anteil am verbleibenden Intelligenz-Unterschied auf jene 30 bis 80 Prozent, die aktuelle Studien als Wert angeben. Dass diese maximal 80 Prozent dann aber absolut gesehen nur wenige IQ-Pünktchen ausmachen, vielleicht zwei bis fünf, und dass dieser Unterschied letztlich belanglos ist, das hat Sarrazin nicht begriffen – oder er will es nicht begreifen.</p>
<p>Das Potenzial in den Genen aller Menschen ist fast gleich: Niemand kann ernsthaft behaupten, Muslime oder Araber oder Türken oder Deutsche hätten nachweislich mehr Intelligenz mindernde oder erhöhende Genvarianten als andere Völker oder Religionsgemeinschaften.</p>
<p>Was also eine einzelne Genvariante nicht erreichen kann, dass die Möglichkeiten, die in einem Organismus, in einem Gehirn angelegt sind, optimal genutzt werden, das kann die Umwelt, das kann der Lebensstil, das können Faktoren wie die gesunde Ernährung und Stressfreiheit der Mutter in der Schwangerschaft sowie der Eltern und des Kindes in den ersten Monaten nach der Geburt oder die Liebe und Fürsorge des Kindes im Elternhaus oder die Qualität der Erziehung und Ausbildung in Kindergärten und Schule. Ernst Peter Fischer erinnert in diesem Zusammenhang an Goethes Definition der Genetik: „Genetisch nennt Goethe etwas, das nicht da IST, sondern daß WERDEN (entstehen) muss, das eine Genese hat.“</p>
<p>Hier kommt die Epigenetik ins Spiel, eine Wissenschaft, von der Thilo Sarrazin vermutlich noch nie etwas gehört hat. Die Epigenetik beschäftigt sich mit Schaltern an den Genen, die etwa ausgelöst durch Umwelteinflüsse bestimmen können, welche Gene eine Zelle dauerhaft benutzen kann und welche nicht. Erst die Epigenetik erklärt zum Beispiel, wie es dem niederländischen Volk gelungen ist, binnen 150 Jahren von einem der körperlich kleinsten zu einem der größten Völker aufzusteigen. Das genetische Potenzial für eine hohe Körpergröße hatte dort offenbar schon immer existiert, aber erst die optimalen Ernährungsbedingungen des letzten Jahrhunderts haben die epigenetischen Schalter auch dazu bewegt, die entsprechenden Gene zu aktivieren.</p>
<p>Was bedeutet das übertragen auf die Sarrazin’sche Intelligenzdebatte? Es ist schlicht Unfug, bestimmten ethnischen Gruppen in unserer Gesellschaft eine genetisch bedingte verminderte Intelligenz zu unterstellen. Viel entscheidender als der genetische Einfluss ist der epigenetische. Wir müssen dafür sorgen, dass es möglichst vielen Gruppen in unserer Bevölkerung gelingt, das Angebot, das in der Summe ihrer Gene steckt – also in ihnen als gesamter Mensch angelegt ist, auch zu nutzen. Wir sollten froh über alle Zuwanderer  sein, die sich unserem Land zugehörig fühlen. Letztlich erhöhen sie das Entwicklungspotenzial der Gesamtgesellschaft. Denn sie erhöhen, um ebenfalls streng biologistisch zu argumentieren, die Zahl der genetischen Varianten im Genpool, was die Gesellschaft als Ganze vielfältiger und begabter macht. Statt einzelne Gruppen auszugrenzen, muss es darum gehen, die Lebensbedingungen werdender und gewordener Eltern sowie von deren Kindern überall in der Gesellschaft – über alle Ethnien und Schichten hinweg – weiter zu verbessern.</p>
<p><em><a title="Webseite von Peter Spork" href="http://www.peter-spork.de" target="_blank"><strong>Peter Spork</strong></a> ist promovierter Biologe und Buchautor. Unlängst erschien von ihm das weltweit erste populärwissenschaftliche Buch über Epigenetik: Der zweite Code. Epigenetik oder: Wie wir unser Erbgut steuern können. Rowohlt, Reinbek, 2009.</em></p>
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		<title>Warum die Schweizer mit ihrer Minarett-Entscheidung der Türkei Munition geliefert haben</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Dec 2009 10:55:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alan Posener</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alan Posener]]></category>
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		<description><![CDATA[Eigentlich hat es mich gefreut, dass auf   “starke-meinungen.de” bisher das Aufregerthema Minarette keine Rolle gespielt hat. „Jar nich erst ignorieren“, sagt der Berliner dazu. Aber es sind in der Debatte einige Argumente gefallen, die man sich etwas genauer ansehen sollte. 1. Die Schweizer, sagt Henryk M. Broder, Ex-Kandidat für den Posten des Vorsitzenden des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich hat es mich gefreut, dass auf   <a title="Webseite von &quot;starke-meinungen.de&quot;" href="http://www.starke-meinungen.de">“starke-meinungen.de”</a> bisher das Aufregerthema Minarette keine Rolle gespielt hat. „Jar nich erst ignorieren“, sagt der Berliner dazu. Aber es sind in der Debatte einige Argumente gefallen, die man sich etwas genauer ansehen sollte.</p>
<p>1. Die Schweizer, sagt Henryk M. Broder, Ex-Kandidat für den Posten des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden und Vertrauter der neuen Familienministerin und darum mehr als nur „Pausenclown“ (Broder über Broder) – die Schweizer seien „die erste europäische Nation, die sich in einer freien Abstimmung gegen die Islamisierung ihres Landes entschieden hat.“ (Die <a title="Webseite der WELT" href="http://www.welt.de">Welt</a>, 1. Dezember 2009)</p>
<p>Bullshit. <span id="more-682"></span>Mit weniger als einer halben Million Muslimen im Land kann von der Gefahr einer „Islamisierung” keine Rede sein. Und wenn es die Gefahr gäbe, würde eine Änderung der Bauordnung für Moscheen kaum etwas dagegen nützen. Es gibt überhaupt nur eine Verbindung zwischen der Schweizer Abstimmung und der „Islamisierung“: nämlich dass jene Hassprediger auf muslimischer Seite, die – spiegelbildlich zu den Islamophoben im Westen – behaupten, der Islam sei mit den Werten einer säkularen Demokratie unvereinbar, durch diese Symbolhandlung – oder vielmehr Ersatzhandlung – der Schweizer weiteren Zulauf bekommen.</p>
<p>2. Roger Köppel, Chefredakteur der „Weltwoche“ und elitärer Populist – ja, das ist ein Widerspruch in sich, kommt aber bei Populisten häufig vor – Roger Köppel also gab seinem Kommentar in der „Weltwoche“ sogar den Titel „Mutige Schweizer“. (FAZ, 1. Dezember 2009, gleichzeitig auf <a title="Webseite der Weltwoche" href="http://www.weltwoche.ch">„Weltwoche online“ </a>erschienen.)</p>
<p>Mutig? Was ist daran mutig, dass eine Mehrheit von 95% einer Minderheit von 5% Vorschriften macht? Man muss nur sehen, wie die Schweiz in den Wochen vor dem Volksentscheid vor dem miesen islamischen Diktator Muammar Ghaddafi zu Kreuze kroch, um zu begreifen, dass die Abstimmung eine Ersatzhandlung war – eine Handlung, die eben den Mangel an Mut beim Umgang mit real existierenden Gefahren dadurch kompensiert, dass man auf eine friedliche Minderheit eindrischt. Davon ganz zu schweigen, dass sich die „mutigen Schweizer“ unter Hinweis auf ihre „Neutralität“ von der Hauptfront des Kampfes gegen den Islamismus – Afghanistan -  absentieren, dafür aber den Ölscheichen, die in der ganzen Welt die Propagierung einer Extremform des Islam mit Milliarden finanzieren, sichere Bankkonten garantieren</p>
<p>3. Köppel hat – wie viele Kommentatoren im Westen – die Schweizer Tradition der direkten Demokratie verteidigt, die „ein Damoklesschwert” über dem Haupt der politischen Elite sei, die sich vom Volk entfernt habe. Zweifellos ist bei der Schweizer Konsensdemokratie die Gefahr einer Entfernung der politischen Klasse vom Volk besonders groß. Das gibt aber dem Volk noch lange nicht das Recht, ihrer Frustration dadurch Luft zu machen, dass sie auf die nächstbeste – oder sichtbarste – Minderheit einschlägt. Da sollte die Verfassung vor sein. Denn in jeder echten Demokratie erfüllt die Verfassung einen doppelten Zweck: sie schützt die Mehrheit vor der Minderheit der Regierenden, indem sie dem Volk mittels Wahlrecht die Möglichkeit gibt, die Regierenden loszuwerden; und sie schützt die Minderheiten vor der Diktatur der Mehrheit, indem sie die Grundrechte der freien Religionsausübung, der freien Meinung, des Versammlungsrechts usw. schützt. Wenn eine Verfassung dazu missbraucht wird, diese Grundrechte für eine Gruppe einzuschränken, wie jetzt in der Schweiz durch Volksentscheid geschehen, ist sie undemokratisch.</p>
<p>Natürlich kann eine Bauordnung verfügen, dass ein Bankenturm – oder ein Minarett – einen Kirchturm nicht überragen darf, wenn dieser Kirchturm etwa das Wahrzeichen der Stadt darstellt. Natürlich kann eine Bauordnung verfügen, dass ein Heimwerkermarkt – oder eine Moschee – nicht dort gebaut werden darf, wo der Autoverkehr – oder der Ruf des Muezzin – die Anwohner stören könnte. Die Bauordnung selbst und ihre Ausgestaltung muss in jeder Gemeinde demokratisch beraten werden, Streit, Demonstrationen und Gegendemonstrationen inklusive. Aber eine diskriminierende Bauordnung in der Verfassung verankern: das entwertet die Verfassung.</p>
<p>4. Schließlich verweisen viele Kommentatoren darauf, dass Christen in der muslimischen Welt diskriminiert werden, dass etwa die Kirchen in der Türkei weder Land besitzen noch Kirchen neu bauen dürfen (von Kirchtürmen ganz zu schweigen). Richtig. Das ist ein Skandal. Wird es weniger ein Skandal, wenn wir – wie es Broder vorschlägt – nach Prinzip „tit for tat” (sprich Auge um Auge, Zahn für Zahn) vorgehen? Ganz davon abgesehen, dass die Schweizer Abstimmung nicht lautete: Wir verbieten Minarette, so lange die Türkei Kirchen verbietet, sondern: Wir verbieten Minarette, Punkt. Es ist wohl klar, dass die Verhältnisse in islamischen Ländern kaum Vorbild für uns sein dürfen. Es ist wohl klar, dass die Antwort auf Intoleranz nicht Intoleranz sein darf. (Genau das allerdings meint Broder, siehe sein Buch „Kritik der reinen Toleranz“.)</p>
<p>Die Antwort der Europäischen Union jedenfalls lautet: So lange die Türkei die Religionsfreiheit einschränkt, wozu die Einschränkung des Kirchenbaus gehört, kann sie nicht Mitglied der EU werden. Nun ist die Schweiz zum Glück nicht Mitglied der EU, obwohl sie de facto fast alle EU-Gesetze automatisch übernimmt und Teil des Schengen-Raums ist. Kurze Frage jedoch an Broder und Co.: Ist die Verhandlungsposition der EU durch die Abstimmung in der Schweiz gestärkt oder geschwächt worden? Eben. Vielen Dank, ihr Schweizer, dafür, dass ihr Herrn Erdogan Munition geliefert habt für seine Behauptung, Europa sei „ein christlicher Club“.</p>
<p>Ein kurzer Gedanke zum Schluss: Ist es ein Zufall, dass inmitten einer von den Banken ausgelösten Wirtschaftskrise ausgerechnet der Zentralbanker Thilo Sarrazin mit einer Hetze gegen Ausländer auffiel, die angeblich für das sinkende Niveau unserer Schulen verantwortlich seien und wirtschaftlich außer für den Gemüsehandel unnütz seien? Ist es ein Zufall, dass ausgerechnet im Bankenland Schweiz nun die Bevölkerung sich der komplexen Diskussion um die Regulierung der Banken entzieht (die darf die angeblich von der Masse der Menschen entfremdete Elite dann unter sich führen) und dafür ein Exempel statuiert an Bosniern, Türken und Libanesen, die auffallend wenig mit den heutigen Problemen der Schweiz zu tun haben? Zufälle gibt’s, die gibt’s gar nicht.</p>
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