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	<title>starke-meinungen.de &#187; Gewalttäter</title>
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		<title>Auf eigene Faust oder: Der menschliche Makel</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 12:11:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Böhme</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Dominik Brunner]]></category>
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		<description><![CDATA[Dominik Brunner, der Held von Solln – das war einmal. Seit in München der Prozess gegen die beiden jungen Männer läuft, die auf den 50-Jährigen einschlugen, bis sein krankes Herz auf dem S-Bahnsteig versagte, ist aus dem vorbildlichen Helfer ein unverantwortlicher Gefahrensucher geworden. Ein Kampfsportler ohne Kontrolle über sich selbst. Ein gewalttätiger Angreifer, der im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dominik Brunner, der Held von Solln – das war einmal. Seit in München der Prozess gegen die beiden jungen Männer läuft, die auf den 50-Jährigen einschlugen, bis sein krankes Herz auf dem S-Bahnsteig versagte, ist aus dem vorbildlichen Helfer ein unverantwortlicher Gefahrensucher geworden.</p>
<p>Ein Kampfsportler ohne Kontrolle über sich selbst. Ein gewalttätiger Angreifer, der im wortwörtlichen Sinne auf eigene Faust handelte und als Erster zuschlug. Kein argloses Opfer mehr, sondern ein Mittäter und damit Mitschuldiger. Wird einem Toten nun gar die Ehre geraubt? Das wäre zu viel des Schlechten. Aber sicherlich wird ein Denkmal vom Sockel geholt.</p>
<p>Das Denkmal Dominik Brunner – genau das ist das Problem an diesem Kriminalfall, der die ganze Republik erregt.<span id="more-1767"></span> Denn es vergingen im September 2009 nur wenige Tage, und schon war es da: das Bild vom makellos Mutigen, der sich schützend vor bedrohte Schüler gestellt hatte und dafür mit seinem Leben bezahlte. Stiftungen, die seinen Namen tragen, wurden gegründet. Der Jurist erhielt posthum das Bundesverdienstkreuz. Schließlich hatte er das gezeigt, was hierzulande immer wieder schmerzlich vermisst wird: Zivilcourage. Brunner hatte nicht wie sonst üblich weg-, sondern hingeschaut und gehandelt. Toll, dachte man. Endlich mal einer, der sich was traut. Und flugs wurde das beherzte Einschreiten des Vorsitzenden einer Dachziegelfabrik für andere, vor allem für Schwächere, ins Überirdische aufgewertet.</p>
<p>Diese Apotheose schlägt jetzt auf ihn und sein Handeln zurück. Weil bei dem Hype um den Aufrechten auf der Strecke blieb, dass Dominik Brunner ein Mensch war. Einer wie du und ich, mit all seinen Stärken und Schwächen.</p>
<p>Doch wohin führt in diesem konkreten Fall der Hinweis auf mögliche Schwächen und Unbedachtheiten? Hat Dominik Brunner zu viel falsch gemacht, als oder gar, weil er einschritt? Es wirkt schon sehr anmaßend, wie jetzt der Stab über ihn gebrochen wird. Im Nachhinein ist die Öffentlichkeit, sind wir alle immer schlauer.</p>
<p>Aber wer von uns war schon mal in einer solchen brenzligen Situation? Wer wagt es im Alltag, sich Gewalttätern entgegenzustellen und ihnen nicht den öffentlichen Raum zu überlassen? Brunner hat es getan. Er war dazu bereit, anderen Menschen in einer Notsituation zu helfen. Dafür gebühren ihm Respekt und Anerkennung. Das ist sein Verdienst.</p>
<p>Ein Held, ein leuchtendes Vorbild? Solch Pathos braucht es nicht, um sein Handeln in den Himmel zu loben. Ein mutiger Mensch, das war Dominik Brunner. Nicht mehr, aber vor allem nicht weniger.</p>
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