<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>starke-meinungen.de &#187; Gesellschaft</title>
	<atom:link href="http://starke-meinungen.de/blog/tag/gesellschaft/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://starke-meinungen.de/blog</link>
	<description>zur Bundestagswahl 2009</description>
	<lastBuildDate>Wed, 08 Feb 2012 16:17:20 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Von  den Lustknaben</title>
		<link>http://starke-meinungen.de/blog/2010/05/31/von-den-lustknaben/</link>
		<comments>http://starke-meinungen.de/blog/2010/05/31/von-den-lustknaben/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 30 May 2010 23:46:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Kocks</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Kocks]]></category>
		<category><![CDATA[Boulevard]]></category>
		<category><![CDATA[Empörungskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kindermißbrauch]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderpornographie]]></category>
		<category><![CDATA[Pädophilie]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Würde des Menschen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://starke-meinungen.de/blog/?p=1512</guid>
		<description><![CDATA[Spätrömische Dekadenz: die Badehäuser und Bordelle boten den Bürgern Roms junge Sklaven, zumeist griechische Knaben, die Gedichte rezitieren und zu körperlichen Diensten bereitstehen konnten. Vergangene Zeiten? Allenthalben finden wir in den Nachrichten Zustände wie im alten Rom. Kindesmissbrauch ist ein Thema geworden, das die Menschen nicht loslässt, weil es die Medien nicht loslassen. Die Spirale [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Spätrömische Dekadenz: die Badehäuser und Bordelle boten den Bürgern Roms junge Sklaven, zumeist griechische Knaben, die Gedichte rezitieren und zu körperlichen Diensten bereitstehen konnten. Vergangene Zeiten?</p>
<p>Allenthalben finden wir in den Nachrichten Zustände wie im alten Rom. Kindesmissbrauch ist ein Thema geworden, das die Menschen nicht loslässt, weil es die Medien nicht loslassen. Die Spirale der Empörungskommunikation wird mit Eifer gedreht, täglich neue Ungeheuerlichkeiten.<span id="more-1512"></span></p>
<p>Jetzt sollen es fünfzig, nicht vierzig missbrauchte Schüler in dem sagenumwogenen Odenwald-Internat gewesen sein. An der jesuitischen Musterschule in Berlin gibt es nunmehr einen „eckigen“ Tisch, an dem sich Opfer und Tätervertreter gegenübersitzen.</p>
<p>Ein Politiker steht vor Gericht, weil er tausende Fotos der Kinderpornografie auf seinem Handy speicherte, angeblich um so seine parlamentarische Meinungsbildung zu befördern. Aus einer konkreten Verlegerfamilie der 68er Generation hört man Bezichtigungen, die auf eine anhaltende Geisteskrankheit aller Mitglieder schließen lassen.</p>
<p>Die von Empörungsgier befeuerte Ökonomie der Medien tobt sich an einem Thema aus, das das Publikum erschauern lässt. Das Publikum geifert nach Tabubrüchen, die den Blick in die Abgründe des Menschlichen ermöglichen. Täglich ein wenig Entsetzen vor der eigenen Natur, wie seinerzeit Ödipus, der den Vater erschlagen und die Mutter geehelicht hatte.</p>
<p>Diese ekelhafte Mischung aus Lüsternheit und moralischer Attitüde kennt man aus anderen Kampagnen des Boulevard; hier aber ist sie besonders intensiv. Ein Tabu wankt. Auch die Tabuwächter lassen es wanken. Dabei geht mehr zu Bruch als Konventionen zu generationsübergreifender Liebe. Der katholische Klerus hat alles getan und alles unterlassen, um ein Konglomerat aus Zölibat, Homosexualität und Päderasmus als notorische Deformation von Priesterseelen zu kommunizieren. Durch die schwulen Protagonisten der protestantischen Reformpädagogik ist das Täterprofil entscheidend verlängert. Da wird der Odenwald zum Hodenwald. Und es wächst in den Köpfen zusammen, was nicht zusammen gehört.</p>
<p>Hier liegt das wesentliche Problem: eine assoziative Klammer entsteht zwischen so unterschiedlichen Dingen wie Seelsorge, Pädagogik, gleich- oder fremdgeschlechtlicher Orientierung oder Enthaltsamkeit auf der einen Seite und dem Vergehen an Kindern andererseits.  Das abstruse Ressentiment wird von allen Seiten gefüttert.</p>
<p>Ein Alt-Bundeskanzler, der sich ansonsten prädementer Selbstüberschätzung und peinlichem Zeitungsmarketing widmet, räumt ein, dass die Quote der Homosexuellen unter Priestern höher sein mag. In den Feuilletons feiern mit dem Lolita-Syndrom notorisch überschätzte Schwulst-Romane eine Wiedergeburt für die Nachttische alter Männer.</p>
<p>Die süßliche inszenatorische Aura um Papst Benedikt und Herrn Gänswein nährt lutherische Distanz zum Vatikan. Und die Pädagogik, jene Hilfswissenschaft der  Steißbeintrommler, schwätzt vom gleichnamigen Eros. Da hat die unerträgliche PH-Professorin Rita Süßmuth gerade noch gefehlt, denkt man, und schon melden die Ticker: sie managt das jetzt im Odenwald.</p>
<p>Es ist rundheraus unerträglich, was hier als Melange zusammengerührt wird. Und doch ist es typisch für Massenpsychosen, die den Pöbel erregen, aber Einsicht in das Problem verstellen. Eine solche Verbindung von Unvereinbarkeiten ist für Ressentiments keine Ausnahme, sondern die Regel.</p>
<p>Wer den Antisemitismus der deutschen Nationalsozialisten studiert, findet hierfür beängstigende Beispiele. Will man sich dem Sog in den irrationalen Sumpf der Vorurteile entziehen, bedarf es des Skalpells der Urteilskraft.</p>
<p>Man trenne, was zu trennen ist. Was ist der Kern?  Ein Tabu steht zur Debatte, das Verfassungsrang hat. Es ist mit dem Euphemismus der Pädophilie, wörtlich übersetzt, der Liebe zum Kind, nur zynisch beschrieben. Es geht um die sexuelle Ausbeutung von Schutzbefohlenen im Kindesalter, um Mordversuche an Kinderseelen durch Missbrauch ihrer Körper. Aber es geht eigentlich nicht um Sex.</p>
<p>Die Bezüge sind nicht sexuelle Vorlieben der Menschen. Die Bezüge liegen tiefer, sie sind fundamental. Wir reden über die Basis von Staat und Gesellschaft. Wir reden über historischen Fortschritt, den auch die Geilheit alter Männer nicht zurückzudrehen hat.</p>
<p>Menschen sind keine Sachen, auch nicht Frauen und Kinder. Wir kennen keine Sklaven mehr. Wir haben Kinderarbeit verboten. Wir haben Fürsorgepflicht gegenüber Schutzbefohlenen, dazu gehört auch die Schulpflicht. Wir unterstellen die Familie, und das heißt die Kinder heranziehende Gemeinschaft, dem besonderen Schutz des Staates.</p>
<p>Wir haben die Würde des Menschen zum Kernbegriff unserer Wertordnung gemacht. Das alles ist so grundsätzlich, dass andere Rechte dahinter zurückzustehen haben. Das der Informationsfreiheit, auch im Internet. Das der sexuellen Freizügigkeit, wenn sie Minderjährige einbeziehen will. Damit ist nichts zum zunehmenden Selbstbestimmungswunsch Heranwachsender gesagt. Kinder und Jugendliche haben, so sie sich gegenseitig achten, ein Recht auf Liebe, Erotik, Sexualität, ohne dass die Polizei die Ausweise kontrolliert. Aber Erwachsene haben kein Recht auf Kinder.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://starke-meinungen.de/blog/2010/05/31/von-den-lustknaben/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>10</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Von Bagatellen und Tricks</title>
		<link>http://starke-meinungen.de/blog/2009/12/30/von-bagatellen-und-tricks/</link>
		<comments>http://starke-meinungen.de/blog/2009/12/30/von-bagatellen-und-tricks/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 29 Dec 2009 23:01:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Fischer]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitnehmer]]></category>
		<category><![CDATA[Bagatelldelikte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesarbeitsgericht]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzjongleure]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Juristen]]></category>
		<category><![CDATA[Kündigung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://starke-meinungen.de/blog/?p=808</guid>
		<description><![CDATA[Jetzt verteidigt auch noch eine Juristin, was alle im vergangenen Jahr empört hat: Dass ein Arbeitnehmer auch nach langjähriger Tätigkeit wegen eines geringfügigen Diebstahls entlassen werden kann. Sie verweist darauf, dass diese Bagatelle eben keine ist, sondern ein ernsthafter Vertrauensbruch. Die Empörung über die „unmenschliche Juristin“ ist allenthalben zu hören und zu lesen. Und ja, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Jetzt verteidigt auch noch eine Juristin, was alle im vergangenen Jahr empört hat: Dass ein Arbeitnehmer auch nach langjähriger Tätigkeit wegen eines geringfügigen Diebstahls entlassen werden kann. Sie verweist darauf, dass diese Bagatelle eben keine ist, sondern ein ernsthafter Vertrauensbruch.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Die Empörung über die „unmenschliche Juristin“ ist allenthalben zu hören und zu lesen. Und ja, es ist schwer erträglich, dass bis heute kein einziger der Finanzjongleure, deren Aktionen eine heftige Wirtschaftskrise hervorgerufen haben (die noch dazu mit unseren Steuergeldern einzuhegen versucht wurde), sich wenigstens vor Gericht verantworten musste, während in Arbeitsgerichtsprozessen die Kündigung bei eher lässlichen Delikten für rechtens erklärt wird.<span id="more-808"></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Das wirft in der Tat die Frage nach der Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft auf. Und doch ist unser intuitiver Impuls, beide Verfehlungen gegeneinander abzuwägen, kein guter Ratgeber für unsere Haltung zum Rechtsstaat. Die Rechtsprechung muss Vorgang und Täter in dem Zusammenhang sehen und bewerten, in dem er sich ereignet hat. Dass andere das Gleiche getan haben und nicht dafür bestraft wurden, verlangt allenfalls danach zu suchen, ob das andere Unrecht nicht vielleicht auch bestraft gehört. Aber hier geht es um das Arbeitsverhältnis und die Frage ist, ob dort Unrecht im kleinen Maßstab kein Unrecht mehr ist.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
<p style="margin-bottom: 0cm">Vertrauen ist ein hohes Gut. Auch in Arbeitsbeziehungen sind beide Seiten darauf angewiesen. In allen berichteten Fällen hatten die Arbeitnehmer gegen eindeutige Regeln verstoßen. Es ging daher nicht darum, wie groß der angerichtete Schaden ist, sondern eben darum, dass ein Arbeitgeber sich darauf verlassen können muss, dass seine Mitarbeiter die aufgestellten Richtlinien befolgen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
<p style="margin-bottom: 0cm">Es gibt Hinweise darauf, dass Arbeitgeber die Verfehlungen gerne als Argument für eine Entlassung genommen haben, weil sie keine anderen nutzen durften. Wir haben zurecht hohe Hürden für Entlassungen – aber wir alle kennen die Erfahrung mit Kollegen, deren Leistungen zu wünschen übrig lassen. Das Arbeitsrecht ist ein Schutzrecht, das auch Menschen schützt, die nicht immer zum Gefallen der Arbeitgeber sind. Offenbar sind die Kündigungen mittels Härte gegenüber kleinen Verfehlungen der Versuch der Arbeitgeber, sich ihre Lücken im Schutzrecht für Arbeitnehmer zu suchen. Hier kommt die Gerechtigkeitsfrage wieder ins Spiel: Darf ein Arbeitgeber für solche Tricks mit mehr Nachsicht rechnen als er seinen Mitarbeitern zugesteht? Nein.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://starke-meinungen.de/blog/2009/12/30/von-bagatellen-und-tricks/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wo wird der Austausch der Generationen als öffentlicher Diskurs stattfinden?</title>
		<link>http://starke-meinungen.de/blog/2009/11/29/welche-offentlichkeit-braucht-die-gesellschaft/</link>
		<comments>http://starke-meinungen.de/blog/2009/11/29/welche-offentlichkeit-braucht-die-gesellschaft/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 29 Nov 2009 11:35:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Weidenfeld</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ursula Weidenfeld]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Informationen]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Verlage]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://starke-meinungen.de/blog/?p=649</guid>
		<description><![CDATA[Welche Öffentlichkeit braucht eine Gesellschaft, um zu funktionieren? Eine kostenlose oder eine bezahlte? Auch wenn sich alle darüber streiten: Das ist zwar eine wichtige, aber leider nicht die entscheidende Frage. Die entscheidende Frage ist, ob eine Gesellschaft noch einen allgemein wahrgenommenen Platz zum Diskurs über ihre Werte, ihre Ziele, ihre Vorbilder, ihre Kultur, ihre Interessen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Öffentlichkeit braucht eine Gesellschaft, um zu funktionieren? Eine kostenlose oder eine bezahlte?</p>
<p>Auch wenn sich alle darüber streiten: Das ist zwar eine wichtige, aber leider nicht die entscheidende Frage. Die entscheidende Frage ist, ob eine Gesellschaft noch einen allgemein wahrgenommenen Platz zum Diskurs über ihre Werte, ihre Ziele, ihre Vorbilder, ihre Kultur, ihre Interessen und ihre Politik braucht. Die klassischen Printprodukte und das Fernsehen stellen diesen Platz zwar noch für Generation Ü40 zur Verfügung, aber kaum noch für die unter Dreißigjährigen. <span id="more-649"></span></p>
<p>Zeitungen und Zeitschriften sind für die älteren bürgerlichen Kreise immer noch maßgeblich, wenn es darum geht, die eigene Position mit oder in Abgrenzung zur journalistischen Arbeit zu schärfen oder zu bestimmen. Für die schlecht Ausgebildeten und materiell schlecht Gestellten gilt das schon lange nicht mehr. Qualitätsmedien sind für die Klugen, aber nicht für die Dummen. Sie sind für die Alten, nicht für die Jungen.</p>
<p>Eine Gesellschaft braucht aber Orte, an denen sich ihre unterschiedlichen Gruppen begegnen, und sei es nur im abstrakten publizistischen Profil. Nur hier werden in einem vor- und nebenpolitischen Raum Positionen formuliert, Interessen abgeglichen. Hier wird Wissen über und gelegentlich auch Verständnis für die Anderen ausgetauscht. Natürlich kann man sagen, dass wir das nicht mehr brauchen.</p>
<p>Man kann argumentieren, dass eine Weltöffentlichkeit der Interessen den Diskurs des realen Gemeinwesens überflüssig macht. Warum aber gibt es dann noch Webseiten auf deutsch, warum soziale Netzwerke, warum die vielen lebhaften Kommentare zur Politik? Weil sie nichts anderes sind als ein moderner Ausdruck für das Bedürfnis einer Gesellschaft nach Austausch. Vielleicht auch für die Ahnung, dass dieser Austausch heute wichtiger ist als je zuvor: Eine Gesellschaft, die auf absehbare Zeit nichts mehr aus dem Zuwachs zu verteilen hat, steht vor einer Zerreißprobe. Zumal die deutsche Gesellschaft, die keine Erfahrung mit solchen Übungen hat. Zumal die deutsche, in der die Interessen der Älteren durch die schiere Zahl immer gewichtiger, die wichtigeren der Jungen durch ihre Unterzahl dagegen die Tendenz haben, an den Rand gedrängt zu werden.</p>
<p>Wie aber sieht der Platz aus, der diese Verbindungen wieder herstellt oder sogar neu schafft? Klar ist, dass er unterschiedliche Gesichter haben muss. Und klar ist auch, dass er nur durch Kooperation zu Stande kommen kann. Die über 40jährigen werden hoffentlich kaum von dem Gefühl ablassen, das sich beim morgendlichen Zeitunglesen einstellt. Die unter 30jährigen werden in der Mehrheit diesem Gefühl vermutlich ihr Leben lang nicht viel abgewinnen können. Trotzdem haben beide Generationen ein Interesse und einen Anspruch darauf, einen angemessenen Ort für ihren Austausch zu finden.</p>
<p>Wer will, dass zwischen Gegenwarts- und Zukunftsinteressen tatsächlich bewusst entschieden wird, muss den Streit darüber so austragen, dass er auch von der jeweils anderen Generation gesehen, gehört und in ihren Diskurs einbezogen werden kann. Diese Bindefunktion kommt längst nicht mehr nur dem klassischen Medienmarkt zu. Sie muss auch von den modernen Medien ernst- und wahrgenommen werden. Es reicht nicht aus, schäbig über vermeintlich überbezahlte Holz-Journalisten zu reden. Genau so wenig sinnvoll ist es, verdruckst über das kostenlose Zitieren von Inhalten zu räsonnieren und doch nur Diebstahl zu meinen.</p>
<p>Wer als Verleger, Medienunternehmer und Journalist seinen gesellschaftlichen Auftrag ernst nimmt, muss sich um die Frage kümmern, ob und wo ein Austausch zwischen den Generationen, zwischen Journalisten und Nutzern stattfinden soll, wo er möglich und wo er überhaupt sinnvoll ist. Er muss den Wert der Unabhängigkeit von Informationen erkennen und (wieder) schätzen lernen.</p>
<p>Daneben ist die Frage, wer wann was bezahlt, zwar für die Verlage und auch für die neuen Medienunternehmer existenziell, aber für die gesamte Gesellschaft ist sie zweitrangig. Die Verlage müssen dafür eine befriedigende Lösung finden. Für die Gesellschaft zählt nur, dass die Öffentlichkeit ihren öffentlichen Platz wieder finden muss, um weiteres Auseinanderdriften gesellschaftlicher Gruppen und Schichten und Isolationstendenzen zu bremsen. Deshalb, und nur deshalb muss das Kriegsbeil begraben werden.</p>
<p>zuerst erschienen in: <a title="Webseite von carta" href="http://www.carta.info" target="_blank">www.carta.info</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://starke-meinungen.de/blog/2009/11/29/welche-offentlichkeit-braucht-die-gesellschaft/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Betrug bei der zweitschönsten Nebensache der Welt &#8211; wie Fußball Auftsteigerträume verrät</title>
		<link>http://starke-meinungen.de/blog/2009/11/21/betrug-bei-der-zweitschonsten-nebensache-der-welt-wie-fusball-auftsteigertraume-verrat/</link>
		<comments>http://starke-meinungen.de/blog/2009/11/21/betrug-bei-der-zweitschonsten-nebensache-der-welt-wie-fusball-auftsteigertraume-verrat/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 09:02:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michel Friedman</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Michel Friedman]]></category>
		<category><![CDATA[Ansehen]]></category>
		<category><![CDATA[Aufsteiger]]></category>
		<category><![CDATA[Betrug]]></category>
		<category><![CDATA[Elite]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gier]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbereicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Sportler]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Wettskandal]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://starke-meinungen.de/blog/?p=582</guid>
		<description><![CDATA[Schande! Das ist sie wieder, die häßliche Fratze der Gier, der Selbstbereicherung, des Betrugs auf Kosten anderer. Wie die unersättlichen Banker ihre naiven treuen Kunden ausgenutzt haben, sind jetzt Millionen Fans von korrupten Spielern, Schiedsrichtern und organisierten Kriminellen weltweit um die zweitschönste Nebensache der Welt betrogen worden. Fußball. Kinder und Jugendliche in der ganzen Welt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schande! Das ist sie wieder, die häßliche Fratze der Gier, der Selbstbereicherung, des Betrugs auf Kosten anderer. Wie die unersättlichen Banker ihre naiven treuen Kunden ausgenutzt haben, sind jetzt Millionen Fans von korrupten Spielern, Schiedsrichtern und organisierten Kriminellen weltweit um die zweitschönste Nebensache der Welt betrogen worden. Fußball.</p>
<p>Kinder und Jugendliche in der ganzen Welt haben einen Aufsteigertraum. Fußballer zu werden. Vorbild zu sein. Oft ist es für viele die große Chance, von unten nach oben zu kommen. Aber am meisten beeindruckt sie das Können und das Wollen der Sportler. Fairness und Leistung.</p>
<p>Verarscht, kann man da nur schreiben. <span id="more-582"></span>Eine Gesellschaft, in der mehr und mehr Rücksichtslosigkeit, Egoismus, Oberflächlichkeit und Geld als die einzige Währung des Erfolges herauskristallisiert, betrügt. Sie betrügt sich selbst und wird um das wichtigste betrogen, was Menschen haben. Nämlich Wahrhaftigkeit. Und einen Wettbewerb der Besten als Anreiz für die nächsten Generationen.</p>
<p>Vorbilder? Das scheint gestern gewesen zu sein. Die heutigen Vorbilder sind Luftnummern. Gierig und inhaltsentleert. Die Eliten der Gesellschaft auch in der Politik, in der Wirtschaft und nun endgültig im Sport werden ihrer Verantwortung nicht gerecht. Und dann wundern wir uns, wenn Teile unserer Jugend verwahrlosen.</p>
<p>Gerade bei denen, die wenig haben; gerade bei den Jugendlichen, die aufwachsen, ohne dass die Erwachsenen um sich kümmern; gerade bei denen haben Sportler das höchste Ansehen. Wieder einmal ist dieses Ansehen verspielt worden.</p>
<p>Schande!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://starke-meinungen.de/blog/2009/11/21/betrug-bei-der-zweitschonsten-nebensache-der-welt-wie-fusball-auftsteigertraume-verrat/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>14</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

