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	<title>starke-meinungen.de &#187; Fundamentalisten</title>
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		<title>Wo sind die anspruchsvollen Diskussionen bei den Grünen geblieben?</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 23:01:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Fischer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das immerhin ist ein Alleinstellungsmerkmal der Grünen geblieben – sie sind auch mit 30 die jüngste aller Parteien. Und auch wenn alle von Umwelt reden, nur bei den Grünen hat das Thema diese Bedeutung, diese Ernsthaftigkeit und diese Tiefe. Da müssen sie sich gar nicht grämen – und schon gar nicht öffentlich darüber maulen &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das immerhin ist ein Alleinstellungsmerkmal der Grünen geblieben – sie sind auch mit 30 die jüngste aller Parteien. Und auch wenn alle von Umwelt reden, nur bei den Grünen hat das Thema diese Bedeutung, diese Ernsthaftigkeit und diese Tiefe. Da müssen sie sich gar nicht grämen – und schon gar nicht öffentlich darüber maulen &#8211; über das Greenwashing der anderen.</p>
<p>Viele Häute sind schon abgefallen von den Grünen im Laufe dieser 30 Jahre:  Die Sache mit den Fundamentalisten haben sie am längsten hinter sich gelassen – inzwischen geben die Grünen zu, dass sie gerne regieren, auch wenn sie danach erst mal tief Luft geholt haben, weil es vorbei war. <span id="more-852"></span>Sie haben sich schwer getan mit ihrer Haltung zum Krieg, daraus ist eine differenzierte, reflektierte Haltung gegenüber kriegerischen Aktivitäten der Bundeswehr im Ausland geworden. Sie haben gelernt, Kompromisse einzugehen, ohne sich dabei zu verlieren und auch ohne vor denen einzuknicken, die ihnen dafür sogleich Verrat zu unterstellen. Und sie können sich inzwischen daran freuen, dass ein grünes, ökologisches Leben möglicher geworden ist, weil auch andere in der Welt inzwischen gelernt haben, energiesparende Häuser und klimaschonendes Reisen zu organisieren, sie müssen deshalb nicht mehr bei Kerzenlicht auf krümelnden Müsliriegeln rumkauen – was der hedonistischen Seite vieler Grüner sehr entgegenkommt.</p>
<p>Werden sie eines Tages am eigenen Erfolg ersticken? An einem konservativen Umweltminister, der mit unerschrockener Freundlichkeit in Sachen umweltschonendes Wirtschaften vorangeht, an selbstbewussten Frauen, die Quoten und andere Hilfsmittel nicht mehr zu brauchen denken, an einer liberaleren Gesellschaft, die inzwischen Gleichberechtigung selbstverständlich für alle kleinen Gruppen fördert? Keiner will immer wieder hören, dass es die tapferen Grünen waren, die das alles erkämpft haben. Und: 5 Mark für den Liter Benzin – so einfach sind Provokationen heute nicht zu haben.</p>
<p>Und doch, in einer ökologischen Wirtschaft sind wir längst nicht angekommen. Haben die Grünen früher noch das Wachstum per se infrage (und sich selbst damit weit außerhalb der Debatte) gestellt, haben sie heute für eine Neuorientierung der Wirtschaft auf klimaschonende und ökologische Produktion viele Vorschläge, die sich nicht so einfach vom Tisch wischen lassen. Sie dürften lauter sein mit ihren Ideen für eine andere Lebens- und Wirtschaftsweise, sie können sich heute doch sehen lassen mit ihren pragmatischen Vorschlägen. Und sie könnten sich sogar profilieren, wenn sie als erste laut darüber nachdenken, was eigentlich die sozialen Folgen einer Veränderung in Richtung Klimaschonung sind und was wir tun müssen, dass wir bei ökologischen Wirtschaftsreformen niemand abhängen.</p>
<p>So dürfen die Grünen sich angesichts ihres Jubiläums ruhig noch mal daran erinnern, dass sie früher komplizierte Diskussionen auf einem anspruchsvollen Niveau führten und damit zunächst eine Anziehungskraft auf  Intellektuelle ausübten und das am Ende in interessante Themen für die eine breite Bevölkerung mündete. So eine breite Führungstruppe an der Spitze – ist da keiner dabei, der neugierige Impulse in die politischen Debatten gibt?</p>
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