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	<title>starke-meinungen.de &#187; Förderung</title>
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	<description>zur Bundestagswahl 2009</description>
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		<title>Bildungsstreik: Neue deutsche Romantik oder Beginn einer sozialen Evolution?</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Nov 2009 23:36:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Dettling</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Dettling]]></category>
		<category><![CDATA[Bachelor]]></category>
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		<description><![CDATA[Die „Bildungsrepublik Deutschland“ befindet sich im Streik. Zehntausende demonstrieren bundesweit gegen Bachelor und Bildungsmisere, in Hamburg unterschreiben fast 200.000 gegen die Schulreform. Die erste Protestbewegung kommt von unten („Reiche Eltern für alle“), die zweite von oben und wendet sich gegen das längere gemeinsame Lernen. Eines haben beide Bewegungen gemeinsam: die Sehnsucht nach der vermeintlich guten, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die „Bildungsrepublik Deutschland“ befindet sich im Streik. Zehntausende demonstrieren bundesweit gegen Bachelor und Bildungsmisere, in Hamburg unterschreiben fast 200.000 gegen die Schulreform.</p>
<p>Die erste Protestbewegung kommt von unten („Reiche Eltern für alle“), die zweite von oben und wendet sich gegen das längere gemeinsame Lernen. Eines haben beide Bewegungen gemeinsam: die Sehnsucht nach der vermeintlich guten, alten Zeit. <span id="more-580"></span></p>
<p>Der Grundgedanke der Bachelor-Einführung ist sinnvoll: Nicht jeder Student wird Professor. Kürzere, modulare Studiengänge werden einer dynamischen und individualisierten Arbeits- und Wissensgesellschaft gerechter.</p>
<p>Und Studien belegen, dass längeres, gemeinsames Lernen für den Entwicklungsprozess von Kindern aus sog. bildungsfernen Schichten besser ist als die frühe Selektion, ohne dass die anderen Kinder Schaden davon tragen. Die Verlängerung der Grundschulzeit, bereits 1919 geplant, auf sechs Jahre ist daher ein richtiger Schritt.</p>
<p>Dennoch: beide Bewegungen zeigen, dass sich das Land in einer nachhaltigen Bildungskrise befindet. Die Reformen verunsichern die Betroffenen, sind zum Teil (Bachelor) miserabel umgesetzt und behaupten, dass dennoch alles beim guten alten deutschen Bildungsideal bleiben kann. Bildung ist längst nicht mehr zweckfrei und dient auch nicht allein der Persönlichkeitsentwicklung der Lernenden.</p>
<p>Beide Reformen machen ernst mit einer echten sozialen Bildungspolitik. Der Bachelor öffnet die Unis für breite Schichten und die sechsjährige Grundschule fördert den Aufstieg auch der anderen Kinder. Jetzt die Uhren auf die Zeit ante Reform zu stellen käme einem undemokratischen Akt nach dem Motto „Ihr müsst draußen bleiben“ gleich. Vielmehr müsste es jetzt darum gehen, die eigentlich verantwortlichen Träger – Hochschulen und Schulen – mit der Autonomie und den Anreizen auszustatten mit dem Ziel einer höheren Durchlässigkeit und Förderung.</p>
<p>Bund und Länder müssen endlich ernst machen mit der Bildungsrepublik. Geld ist nicht alles. Am Ende entscheidet der gemeinsame Geist und der Wille aus jedem Talent mehr zu machen als bislang.</p>
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