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	<title>starke-meinungen.de &#187; Dominik Brunner</title>
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	<description>zur Bundestagswahl 2009</description>
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		<title>Held des Selbstverständlichen</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 14:17:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Böhme</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Dominik Brunner]]></category>
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		<description><![CDATA[Es war Mord. So hat Richter Reinhold Baier im Prozess um den Tod von Dominik Brunner geurteilt. Und deshalb muss der Haupttäter Markus Sch. für fast zehn Jahre ins Gefängnis. Der Mitangeklagte, Sebastian L., erhielt sieben Jahre Jugendhaft wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Damit findet ein spektakulärer Fall von Jugendgewalt zumindest sein juristisches Ende. Die Debatte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war Mord. So hat Richter Reinhold Baier im Prozess um den Tod von Dominik Brunner geurteilt. Und deshalb muss der Haupttäter Markus Sch. für fast zehn Jahre ins Gefängnis. Der Mitangeklagte, Sebastian L., erhielt sieben Jahre Jugendhaft wegen Körperverletzung mit Todesfolge.</p>
<p>Damit findet ein spektakulärer Fall von Jugendgewalt zumindest sein juristisches Ende. Die Debatte über das Für und Wider von Zivilcourage, über den schmalen Grat von vorbildlich und gefährlich, über richtig und falsch aber wird weitergehen.<span id="more-1912"></span></p>
<p>Der 50 Jahre alte Geschäftsmann hatte am 12. September 2009 versucht, auf einem Bahnhof bei München einige Schüler vor den jetzt Verurteilten zu schützen. Er bezahlte sein mutiges Einschreiten mit dem Tod. 22 schwere Verletzungen durch Schläge und Tritte wurden dem am Boden liegenden Dominik Brunner zugefügt. Der &#8220;Held von Solln&#8221; starb zwar nicht durch die unmittelbare Gewalt, sondern durch Herzversagen. Doch was sagt ein solcher medizinischer Befund über die Beurteilung der Tat schon aus? Gar nichts. Brunner würde heute noch am Leben sein, wenn er nicht Opfer eines monströsen Exzesses geworden wäre. Die jugendlichen Schläger sind ausgerastet und haben – bewusst oder unbewusst – zumindest billigend in Kauf genommen, dass ihrem Gegner Schlimmes, wie sich gezeigt hat, Schlimmstes widerfährt. Da hilft auch kein Hinweis auf &#8220;instabile&#8221; Familienverhältnisse und frühen Drogenkonsum. Das Urteil mag manch einem zu hart erscheinen, doch Mitleid ist fehl am Platz.</p>
<p>Auch der Hinweis, Brunner habe ja als Erster zugeschlagen und damit die Gewalt geradezu provoziert, verfängt nicht. Was sich vor einem Jahr auf dem Bahnhof Solln zutrug, war eine Ausnahmesituation, die eskalierte. Wer reflektiert da schon ganz rational? Wer behält in einem solch heiklen Moment die Kontrolle über sich und die Lage? Entscheidend bleibt: Es fand einer den Mut, anderen Menschen unerschrocken zu helfen. Und das ist wahrlich keine Selbstverständlichkeit in einer Gesellschaft, die lieber wegschaut als Courage zu zeigen.</p>
<p>Dominik Brunner, ein Vorbild mit Schwächen, sicherlich. Aber eben einer, der nicht davor zurückschreckte, sich für Schwächere einzusetzen. Einer, der einschritt. Gilt es also doch, einen Helden zu ehren? Das wäre wohl zu viel des Guten und vermutlich nicht im Sinne des Verstorbenen. Lebte Brunner heute noch, hätte er womöglich auf die Heldenfrage geantwortet: Ich habe getan, was eigentlich selbstverständlich sein sollte.</p>
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		<title>Auf eigene Faust oder: Der menschliche Makel</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 12:11:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Böhme</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[Dominik Brunner, der Held von Solln – das war einmal. Seit in München der Prozess gegen die beiden jungen Männer läuft, die auf den 50-Jährigen einschlugen, bis sein krankes Herz auf dem S-Bahnsteig versagte, ist aus dem vorbildlichen Helfer ein unverantwortlicher Gefahrensucher geworden. Ein Kampfsportler ohne Kontrolle über sich selbst. Ein gewalttätiger Angreifer, der im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dominik Brunner, der Held von Solln – das war einmal. Seit in München der Prozess gegen die beiden jungen Männer läuft, die auf den 50-Jährigen einschlugen, bis sein krankes Herz auf dem S-Bahnsteig versagte, ist aus dem vorbildlichen Helfer ein unverantwortlicher Gefahrensucher geworden.</p>
<p>Ein Kampfsportler ohne Kontrolle über sich selbst. Ein gewalttätiger Angreifer, der im wortwörtlichen Sinne auf eigene Faust handelte und als Erster zuschlug. Kein argloses Opfer mehr, sondern ein Mittäter und damit Mitschuldiger. Wird einem Toten nun gar die Ehre geraubt? Das wäre zu viel des Schlechten. Aber sicherlich wird ein Denkmal vom Sockel geholt.</p>
<p>Das Denkmal Dominik Brunner – genau das ist das Problem an diesem Kriminalfall, der die ganze Republik erregt.<span id="more-1767"></span> Denn es vergingen im September 2009 nur wenige Tage, und schon war es da: das Bild vom makellos Mutigen, der sich schützend vor bedrohte Schüler gestellt hatte und dafür mit seinem Leben bezahlte. Stiftungen, die seinen Namen tragen, wurden gegründet. Der Jurist erhielt posthum das Bundesverdienstkreuz. Schließlich hatte er das gezeigt, was hierzulande immer wieder schmerzlich vermisst wird: Zivilcourage. Brunner hatte nicht wie sonst üblich weg-, sondern hingeschaut und gehandelt. Toll, dachte man. Endlich mal einer, der sich was traut. Und flugs wurde das beherzte Einschreiten des Vorsitzenden einer Dachziegelfabrik für andere, vor allem für Schwächere, ins Überirdische aufgewertet.</p>
<p>Diese Apotheose schlägt jetzt auf ihn und sein Handeln zurück. Weil bei dem Hype um den Aufrechten auf der Strecke blieb, dass Dominik Brunner ein Mensch war. Einer wie du und ich, mit all seinen Stärken und Schwächen.</p>
<p>Doch wohin führt in diesem konkreten Fall der Hinweis auf mögliche Schwächen und Unbedachtheiten? Hat Dominik Brunner zu viel falsch gemacht, als oder gar, weil er einschritt? Es wirkt schon sehr anmaßend, wie jetzt der Stab über ihn gebrochen wird. Im Nachhinein ist die Öffentlichkeit, sind wir alle immer schlauer.</p>
<p>Aber wer von uns war schon mal in einer solchen brenzligen Situation? Wer wagt es im Alltag, sich Gewalttätern entgegenzustellen und ihnen nicht den öffentlichen Raum zu überlassen? Brunner hat es getan. Er war dazu bereit, anderen Menschen in einer Notsituation zu helfen. Dafür gebühren ihm Respekt und Anerkennung. Das ist sein Verdienst.</p>
<p>Ein Held, ein leuchtendes Vorbild? Solch Pathos braucht es nicht, um sein Handeln in den Himmel zu loben. Ein mutiger Mensch, das war Dominik Brunner. Nicht mehr, aber vor allem nicht weniger.</p>
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