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	<title>starke-meinungen.de &#187; Ursula Weidenfeld</title>
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	<description>zur Bundestagswahl 2009</description>
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		<title>Atom-Ethikrat: Was hat der Ausstieg mit Ethik zu tun?</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Mar 2011 15:07:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Weidenfeld</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Bundesregierung hat einen Ethikrat berufen, der den Zeitpunkt und den Charakter des Ausstiegs aus der Atomkraft beraten soll. Damit soll die Kernenergie zu einer Angelegenheit der Wissenschaft, der gesellschaftlichen Gruppen, der älteren Staatsmänner und der Kirchen gemacht werden.  Nur: Eine Frage der Ethik wird der Ausstiegs-Fahrplan damit noch lange nicht. Die Farce um Wirtschaftsminister Brüderle zeigt, was in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p>Die Bundesregierung hat  einen Ethikrat berufen, der den Zeitpunkt und den Charakter  des Ausstiegs aus der Atomkraft beraten soll. Damit soll die Kernenergie  zu einer Angelegenheit der Wissenschaft, der gesellschaftlichen  Gruppen, der älteren Staatsmänner und der Kirchen gemacht werden.  Nur:  Eine Frage der Ethik wird der Ausstiegs-Fahrplan damit noch lange nicht.</p>
</div>
<p>Die Farce um Wirtschaftsminister Brüderle zeigt, was  in der Atom-Sache passiert, wenn einer laut ausspricht, was alle  wissen: Das Kernenergie-Moratorium war nur deshalb so schnell und so  reibungslos machbar, weil Wahlen vor der Tür stehen. Ohne Wahl kein  Moratorium. <span id="more-2551"></span>Weil Brüderle das aber jovial und wahrscheinlich ohne jeden  Arg beim Bundesverband der Deutschen Industrie zum Besten gegeben hat,  ist nun die Empörung groß. Wie kann eine so wichtige Angelegenheit aus  reiner Wahlkampftaktik heraus beschlossen werden?</p>
<p>Ganz ehrlich: Wie denn sonst? Wahlen sind nun einmal  der Zahltag der repräsentativen Demokratie. Wann sonst kann der Bürger  deutlich sagen, was er will &#8211; und was nicht? Es ist nur richtig  und logisch, dass die Parteien versuchen, sich zum Wahltag in Form zu  bringen. Weder Bildungspaket und Hartz-IV-Reform, noch die  Stuttgart-21-Mediation wären denkbar ohne Wahltermine des Jahres 2011.  Natürlich würde man sich wünschen, dass es anders wäre: dass die Politik  immer dann richtige und kluge Entscheidungen trifft, wenn sie getroffen  werden müssen. Aber die Realität ist bestimmt von dem Rhythmus der  Wahlen.</p>
<p>Da erscheint es auf den ersten Blick klug, sich der  Menschen zu versichern, die diesem Rhythmus längst entwachsen sind, oder  ohnehin in anderen zeitlichen Kategorien denken: Wissenschaftler,  verdiente Alt-Politiker, Kirchenmänner. Sie können über den Wahltag  hinaus denken und raten. Aber als Ethikrat? Nur, weil die Politik in all  dem Hin und Her der täglichen Kehrtwenden und Volten den Überblick  verloren hat, ist nicht gleich ein pompöser Ethikrat von Nöten.</p>
<p>Denn am Ende muss nicht eine Frage der Ethik,  sondern eine Frage der Politik entschieden werden: Wie schnell kann  Deutschland aus der Atomenergie aussteigen? Aus ethischer Perspektive  ist es ziemlich gleichgültig, ob es fünf, zehn, oder zwanzig Jahre sind.  Aus politischer nicht. Auch der famoseste Ethikrat wird der Politik  diese Entscheidung nicht abnehmen.</p>
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		<title>Wie gerecht ist gerecht?</title>
		<link>http://starke-meinungen.de/blog/2011/01/05/wie-gerecht-ist-gerecht/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 Jan 2011 23:20:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Weidenfeld</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Bertelsmann Stiftung]]></category>
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		<description><![CDATA[In Sachen soziale Gerechtigkeit ist Deutschland Mittelmaß. Das attestiert die Bertelsmann-Stiftung der Erfindernation der sozialen Marktwirtschaft. In einer großen Studie unter den 31 Ländern der OECD, das sind die Industrie- und Schwellenländer, ist Deutschland auf Platz 15. Nicht gut und nicht schlecht also &#8211; ist das schlimm? Nein, ist es nicht. Das Ergebnis der Studie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Sachen soziale Gerechtigkeit ist Deutschland  Mittelmaß. Das attestiert die Bertelsmann-Stiftung der Erfindernation  der sozialen Marktwirtschaft. In einer großen Studie unter den 31  Ländern der OECD, das sind die Industrie- und Schwellenländer, ist  Deutschland auf Platz 15. Nicht gut und nicht schlecht also &#8211; ist das  schlimm?</p>
<p>Nein, ist es nicht. Das Ergebnis der Studie spiegelt  im Wesentlichen den Weg wider, für den sich Deutschland selbstbewusst  und vernünftig entschieden hat: zwischen den Umverteilungsstaaten  Skandinaviens, in denen Einkommen und Vermögen hoch besteuert  werden, einerseits  - und dem angelsächsischen Modell, in dem  Ungleichheit kaum mehr als Ansporn sein soll, selbst mehr zu leisten.  <span id="more-2312"></span>Deutschland hat sich für den Mittelweg entschieden, für die soziale  Marktwirtschaft. In diesem Modell ist es zwar auch nicht angenehm für  die Betroffenen, wenn die soziale Ungleichheit zunimmt. Aber es ist kein  Sündenfall. Schlimm ist es, wenn der Einzelne keinen Einfluss mehr  darauf hat, ob er etwas leisten darf oder nicht.</p>
<p>Hier liegt der wirkliche Skandal: Deutschland  investiert zwar eine Menge Geld in Bildung, doch ist das Land immer noch  nicht gut darin, Kinder aus armen und ungebildeten Familien für die  Schule fit zu machen. Deutschland bezahlt jede Menge Geld für die  Vermittlung von Langzeitarbeitslosen &#8211; und doch sind die Aussichten,  wieder einen Job zu finden, denkbar schlecht, wenn man länger als ein  Jahr ohne Job war.</p>
<p>Das sind die wahren Gründe für den Mangel an  Gerechtigkeit: Es ist nicht verheerend, eine Weile lang arm zu sein.  Hier ist die Allgemeinheit auch nicht in der Pflicht, über das  Existenzminimum hinaus für Betroffene zu sorgen. Schlimm ist es, arm  bleiben zu müssen. In Deutschland bekommen vor allem arme Menschen  Kinder. Diese Kinder haben wenig Aussichten, später einmal gebildet und  reich zu werden &#8211; selbst wenn sie intelligent sind.</p>
<p>Das ist die echte Ungerechtigkeit -  die alle  anderen Ungerechtigkeiten in den Schatten stellt. Sie kann den  erfolgreichen Mittelweg in eine abschüssige Bahn verwandeln.</p>
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		<title>Hartz-IV-er in Arbeit bringen ist wichtiger als die Debatte um fünf Euro</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Sep 2010 06:18:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Weidenfeld</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nur fünf Euro mehr sollen Hartz-IV-Empfänger künftig im Monat bekommen. Die SPD, die Grünen, die Linke, die Sozialverbände sind sich einig: zynisch, ungerecht und gemein sei das gegenüber den Ärmsten der Armen. Doch stimmt das wirklich? Sind die Hartz-IV-Beschlüsse vom Wochenende ein Skandal? Nein, das sind sie nicht. Das Existenzminimum ist keine beliebige politische Größe, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nur fünf Euro mehr sollen Hartz-IV-Empfänger künftig  im Monat bekommen. Die SPD, die Grünen, die Linke, die Sozialverbände  sind sich einig: zynisch, ungerecht und gemein sei das gegenüber den  Ärmsten der Armen. Doch stimmt das wirklich? Sind die  Hartz-IV-Beschlüsse vom Wochenende ein Skandal? Nein, das sind sie  nicht.</p>
<p>Das Existenzminimum ist keine beliebige  politische Größe, die (wenn Konservative und Liberale am Ruder sind)  dürftiger gestaltet werden kann, als wenn die Sozialdemokraten und die  Linke regieren. Es muss gezahlt werden &#8211; auch wenn der Staat durch  andere Beschlüsse wie die Rettung von Banken oder eine Bildungsoffensive  gerade klamm ist, Das Existenzminimum muss im Zweifel immer gleich  ausfallen. Es ist die Summe, die man braucht, um leben zu können.<span id="more-1999"></span></p>
<p>Es geht dabei nicht um ein üppiges Leben, es geht nicht  darum, dass man mit dem Geld gut auskommt. Es geht nur darum, das  Versprechen des Sozialstaats zu erfüllen: Niemand, der arm, alt und  schwach ist, soll in diesem Land materiell zugrunde gehen. Er soll in  einem gewissen Umfang auch so ausgestattet sein, dass er am öffentlichen  Leben teilnehmen kann. Das ist ein Minimalversprechen, aber es ist  gleichzeitig auch die maximale Zusage, die eine marktwirtschaftliche  Gesellschaft machen kann und machen sollte.</p>
<p>Dabei  geht es nicht einmal um das Lohnabstandsgebot, das eingehalten werden  muss. Die Unterstützungen des Staates sind in einigen Konstellationen   schon heute gelegentlich höher als das, was ein schlecht qualifizierter  Arbeitnehmer in einem Vollzeitjob netto verdienen kann.</p>
<p>Die Forderung nach Gerechtigkeit ist nicht nur eine  Waffe in der Hand der ganz Schwachen. Sie ist auch das stärkste Argument  der nicht ganz so Schwachen: Sie bezahlen über ihre Sozialabgaben und  über die Steuern das Existenzminimum, die Krankenversicherung und die  Wohnung der Armen mit. Ihr Interesse ist, dass sich die Armen so schnell  wie möglich aus ihrer Lage befreien. Das aber gelingt nur, wenn die  Aussicht auf Arbeit auch die Erwartung auf ein besseres Leben eröffnet.</p>
<p>Das wahre Versäumnis ist nicht eine mangelhaften  Anpassung der Hartz-IV-Sätze. Der eigentliche Skandal ist, dass es trotz  einer wirklich bemerkenswerten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt nicht  gelingt, die arbeitsfähigen Hartz-IV-Empfänger in Arbeit zu bringen.  Statt die gesamte politische Energie in einer Debatte über die Höhe der  Sätze zu verpulvern, wäre sie hier gut aufgehoben. Den notwendigen  Streit über den Sinn von Minijobs, über Anreize für Teilzeitarbeit, die  Bedeutung eines Mindestlohns oder über einen vernünftigen  Niedriglohnsektor aber vermeiden alle Beteiligten. Obwohl die  Gerechtigkeitsfrage der Hartz-IV-Regelungen sich hier entscheidet.</p>
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		<title>Es fehlen Gelassenheit und Humor</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Sep 2010 23:40:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Weidenfeld</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach zwei Wochen Sarrazin und drei Tagen Steinbach, nach einer mäßig komischen Rede des Bundesgesundheitsministers in einem Bierzelt wissen wir es genau: Die Deutschen haben nicht nur ein Problem mit der Meinungsfreiheit. Sie haben ein massives Problem, Unterschiede zu machen. Sauertöpfisch wird auf alles eingedroschen, was nicht politisch korrekt ist &#8211; oder auch nur als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach zwei Wochen Sarrazin und drei Tagen  Steinbach, nach einer mäßig komischen Rede des  Bundesgesundheitsministers in einem Bierzelt wissen wir es genau: Die  Deutschen haben nicht nur ein Problem mit der Meinungsfreiheit.</p>
<p>Sie haben ein massives Problem, Unterschiede zu  machen. <span id="more-1959"></span>Sauertöpfisch wird auf alles eingedroschen, was nicht politisch  korrekt ist &#8211; oder auch nur als nicht politisch korrekt erscheint. Egal  ob ein ebenso arroganter wie tapsiger ehemaliger Finanzsenator sich bei  den Genen verhaut, ob eine Vertriebenen-Präsidentin das Wort „Polen“ an  falscher Stelle in falschem Zusammenhang  sagt: Wer sich nicht umgehend  entschuldigt, muss weg. Ob ein Pfarrer in den USA droht, den Koran zu  verbrennen oder ob ein Gesundheitsminister ein paar abgedroschene Witze  über die Bundeskanzlerin macht: Es ist nicht so wichtig, ob etwas  gefährlich, harmlos oder nur geschmacklos ist. Wichtig ist, dass eine  Plattform für die Guten, die Nachdenklichen, die Intellektuellen, die  Eitlen und die ewig Besorgten entsteht. Das Erregungsniveau scheint  immer gleich zu sein, mit frommen Miene werden unterschiedslos der  Welt-, der europäische oder auch nur der Koalitionsfriede beschworen.  Wenn aber am Ende alle nur noch dasselbe denken dürfen, woher sollen  dann, bitte schön, noch neue Gedanken, neue Wege und eine neue Dynamik  für das Gemeinwesen kommen?</p>
<p>Warum lacht hier eigentlich niemand? Allein die  Vorstellung, Polen wäre im März 1939 auf die Idee gekommen,  Hitler-Deutschland zuerst mächtig eins überzubraten, ist so absurd, dass  nicht einmal Erika Steinbach so etwas ernsthaft über die Lippen bringen  könnte. Und wenn sie es täte, wäre das heute noch gefährlich? Nein, es  wäre absurd. Man könnte sich schlapplachen über den ungelenken Philipp  Rösler, der einer Barbiepuppe mit dem Konterfei Angela Merkels 40  Hosenanzüge kaufen will. Aber man tut es nicht. Nicht nur die Kanzlerin  sei sehr verstimmt gewesen, hört man.</p>
<p>Dass der Islamist nicht gerne lacht, ist bekannt.  Die politische Klasse dieses Landes aber kann es auch nicht mehr. Sie  hat verlernt, Großes wichtig zu nehmen und Kleines wegzulachen. Es fehlt  nicht an Aufmerksamkeit für die wirklichen Attacken auf das  demokratische Selbstbewusstsein des Landes. Es fehlen Gelassenheit und  Humor. So relativiert sich das Große und Gefährliche im Lächerlichen.  Das Lächerliche aber bekommt relevante  Dimensionen. Das ist bizarr &#8211;  und gefährlich.</p>
<p>zuerst erschienen auf www.tagesspiegel.de</p>
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		<title>Bundespräsident Köhler wirft hin &#8211; das tut man nicht</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Jun 2010 13:06:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Weidenfeld</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Bundespräsident ist zurückgetreten. Einer der beliebtesten Politiker des Landes geht von einem Tag auf den anderen, mit Tränen in den Augen. Er hat Respekt vermisst. Vor seinem Amt, sagt er. Spitzenpolitiker von SPD und Grünen hatten ihm vorgeworfen, mit seiner Haltung zu Einsätzen der Bundeswehr den Boden des Grundgesetzes verlassen zu haben. Aber er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Bundespräsident ist zurückgetreten.  Einer der beliebtesten Politiker des Landes geht von einem Tag auf den  anderen, mit Tränen in den Augen. Er hat Respekt vermisst. Vor seinem  Amt, sagt er. Spitzenpolitiker von SPD und Grünen hatten ihm  vorgeworfen, mit seiner Haltung zu Einsätzen der Bundeswehr den Boden  des Grundgesetzes verlassen zu haben.</p>
<p>Aber er hat natürlich auch den  Respekt vor seiner Person vermisst. Der harsche Umgang der  Schon-immer-Politiker mit dem Außenseiter Köhler hat ihn gekränkt,  verletzt, am Ende isoliert.<span id="more-1535"></span></p>
<p>In dieser Hinsicht ist der Bundespräsident  vielleicht ein Opfer. Er wurde das Opfer seiner eigenen Ambitionen,  seiner Sprödigkeit, seiner eigenen Ungeschicklichkeiten. Er ist auch das  Opfer des eingespielten politischen Berlin gewesen, in dem er nie zu  Hause war.</p>
<p>Doch Köhler ist auch Täter. Mit seinem  unvermittelten Rückzug hat er nicht nur das Amt des Präsidenten  beschädigt. Er hat der Politik insgesamt Schaden zugefügt.</p>
<p>Politiker zu sein, ist kein Spaß. Es ist vor allem  Pflicht. In der Zuverlässigkeit, diese Pflicht für die Zeit zu erfüllen,  in der man gewählt ist, liegt eins der großen Versprechen &#8211; und eine  der großen Zumutungen &#8211; für Politiker. Politiker haben ein schlechtes  Ansehen, sie stehen im Ruf machtversessen und berechnend zu sein. Viele  dieser Vorwürfe sind in der Schärfe unberechtigt, viele aber auch nicht.  Aber: Wer seinen Job einfach hinwirft, bricht dieses Versprechen.  Disziplin, Fleiß, Anstand: Das hat der Bundespräsident als Haltung für  die deutsche Gesellschaft gefordert. Ausgerechnet für den ersten Bürger  dieses Landes aber soll das nicht gelten?</p>
<p>Horst Köhler hat einmal gesagt, er wolle dem Land  etwas zurückgeben. Dem Land, das dem Flüchtlingskind Köhler einen  beispiellosen Aufstieg ermöglicht hat. Dass er jetzt seine Pflicht  vergisst &#8211; das hat das Land nicht verdient.</p>
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		<title>Roland Koch, die Politik und die Moral</title>
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		<pubDate>Sat, 29 May 2010 10:32:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Weidenfeld</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ursula Weidenfeld]]></category>
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		<description><![CDATA[Kaum jemand hat so polarisiert wie der hessische Ministerpräsident Roland Koch. Immer stand der CDU-Politiker unter dem Generalverdacht, besonders skrupellos zu sein. Jetzt, nachdem er seinen Rücktritt angekündigt hat, wird ihm wieder mit Respekt begegnet. Warum? Und warum jetzt? Zuletzt war es die Sache mit den Schulen und Kindergärten. Roland Koch sagte in der vergangenen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kaum jemand hat so polarisiert wie der hessische Ministerpräsident Roland Koch. Immer stand der CDU-Politiker unter dem Generalverdacht, besonders skrupellos zu sein. Jetzt, nachdem er seinen Rücktritt angekündigt hat, wird ihm wieder mit Respekt begegnet. Warum? Und warum jetzt?</p>
<p>Zuletzt war es die Sache mit den Schulen und Kindergärten. Roland Koch sagte in der vergangenen Woche, beim Sparen dürfe es keine Tabus geben. Auch das Versprechen, mehr Geld für die Bildung der Kinder auszugeben, gehöre auf den Prüfstand. Sofort wurde der Anti-Roland-Koch-Reflex in der CDU aktiviert. Sparen bei der Bildung? Unmöglich!<span id="more-1495"></span></p>
<p>So sagten die Familien- und Bildungspolitikerinnen der Union, so sagte die Kanzlerin. Spätestens da war auch einer breiten Öffentlichkeit klar, dass die politische Karriere des hessischen Ministerpräsidenten zu Ende ist. In Hessen konnte er nach dem Wahldesaster seiner Partei bei den letzten Landtagswahlen nicht noch einmal antreten. Als Bundesminister ist im Kabinett Angela Merkels kein Platz für einen wie ihn.</p>
<p>Das hat Koch erkannt, und er hat die Konsequenz daraus gezogen. Im Gegensatz zu anderen, die man mühsam aus dem Amt herausdrängen oder -komplimentieren muss, handelt er. Und zwar richtig.</p>
<p>Das sorgt für den Respekt, der ihm zuletzt in der Politik versagt blieb. Die Liste der Kochschen Vergehen ist lang. Die hessische CDU-Spendenaffäre, bei der man ihm nicht abnahm, dass er nichts gewusst habe. Der Wahlkampf mit Ressentiments gegen Migranten, die er schürte. Die Forderung nach schneller und harter Bestrafung für jugendliche Verbrecher &#8211; denen in Kochs eigenem Land mit die laxeste Behandlung zuteil wurde. Die Schulpolitik.</p>
<p>Roland Koch hat sich seinen Ruf hart erarbeitet. Und doch ist es falsch, ihm einen besonderen Mangel an Verantwortungsbewusstsein zu unterstellen. Die nicht mehr aktiven ehemaligen Spitzenpolitiker Friedrich Merz und Wolfgang Clement haben zuletzt deutlich beschrieben, wie ein Leben in der Politik den Charakter deformieren kann. Die Logik und die Verhaltensmuster, die einem in der Partei helfen weiterzukommen, haben mit Rücksicht, offenem Meinungsaustausch und ehrlichem Streit in der Sache wenig zu tun. Es geht darum, aufgestellt, gewählt und wiedergewählt zu werden. Hinter diese Ziele treten alle anderen zurück. Wer sich dieser Logik unterwirft, handelt  nicht nach moralischen Maßstäben. Er handelt nach den Maßstäben der Politik.</p>
<p>Das trifft für Koch zu, für andere Spitzenpolitiker, für Manager und Verbandschefs auch. Wer nach oben will, darf nicht zimperlich sein. Das kann sich einer wie Roland Koch erst jetzt wieder leisten. Es gibt ein Leben ohne die Logik der Macht &#8211; man muss sich nur erst wieder daran erinnern.</p>
<p>Und in wenigen Monaten werden wir sehen, wie auch bei der Bildung gespart wird.</p>
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		<title>Haben Frauen wirklich mehr Schuldgefühle?</title>
		<link>http://starke-meinungen.de/blog/2010/01/30/haben-frauen-wirklich-mehr-schuldgefuhle/</link>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 16:41:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Weidenfeld</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Frauen haben mehr Schuldgefühle als Männer, ältere Männer plagen sich öfter mit Gewissensfragen herum als junge. Das hat ein spanisches Forscherteam aus Psychologen in einer Umfrage herausgefunden. Die Forscher sympathisieren klar mit der Gewissensfraktion &#8211; wer täte das nicht? Wer ein Gewissen hat, wer Schuldgefühle entwickelt, wenn er sich anderen gegenüber falsch verhalten hat, ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frauen haben mehr Schuldgefühle als Männer, ältere Männer plagen sich öfter mit Gewissensfragen herum als junge. Das hat ein spanisches Forscherteam aus Psychologen in einer Umfrage herausgefunden. Die Forscher sympathisieren klar mit der Gewissensfraktion &#8211; wer täte das nicht?</p>
<p>Wer ein Gewissen hat, wer Schuldgefühle entwickelt, wenn er sich anderen gegenüber falsch verhalten hat, ist vermutlich ein sozialerer Mensch als solche, die sich nicht in die Situation anderer hineindenken können oder wollen. Vielleicht aber ist die Sache auch anders. <span id="more-917"></span>Frauen und ältere Menschen werden von der Gesellschaft dafür belohnt, dass sie nachdenklicher und fürsorglicher sind. Ihnen werden Verantwortungsbewusstsein und Herzenswärme zugesprochen, wenn sie so sind. Jüngere Männer und zunehmend auch jüngere Frauen hingegen brauchen dagegen vermutlich eine gesunde Portion Skrupellosigkeit, wenn sie ihre eigenen Ziele &#8211; im Beruf, im Familienleben, in materiellem Sinn &#8211; erreichen wollen. Da behindert es einen, wenn man zu viel nachdenkt, an sich zweifelt, oder die Konkurrenz gar umarmt.</p>
<p>Erst wenn man seine Ziele im wesentlichen erreicht &#8211; oder sich von ihnen gelöst &#8211; hat, kann man sich die andere Sicht leisten. Man sichert die eigene Position ab und erlebt, dass Mitgefühl, ein Bewusstsein für die eigenen Fehler und Unzulänglichkeiten dabei gar nicht schaden müssen. Im Gegenteil: Sie helfen, die eigenen Maßstäbe mit dem gesellschaftlich akzeptierten in Einklang zu bringen.</p>
<p>Dass die Jüngeren sich weniger mit Gewissensfragen beschäftigen, hat also wahrscheinlich gar nichts mit einem echten Defizit zu tun &#8211; solange genug von den Älteren für die Maßstäbe im Umgang miteinander sorgen.</p>
<p><em>Zuerst erschienen auf </em><a title="Die Seite für moralische Fragen" href="http://www.das-tut-man-nicht.de">www.das-tut-man-nicht.de </a></p>
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		<title>Was tun, wenn man immer wieder an seinen eigenen Maßstäben scheitert?</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Jan 2010 14:02:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Weidenfeld</dc:creator>
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		<category><![CDATA[21. Jahrhundert]]></category>
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		<description><![CDATA[Keine Ansprache verhallt in diesen Tagen, ohne dass nicht auch ein Satz zum Thema Werte fallen würde. Wie wichtig sie sind, diese Werte. Wie entscheidend es für das Land ist, dass sich auch Banker und Manager wieder auf sie besinnen. Wie unverzichtbar es ist, dass der Anstand wieder Einzug in die deutschen Familien hält, und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Keine Ansprache verhallt in diesen Tagen, ohne dass nicht auch ein Satz zum Thema Werte fallen würde. Wie wichtig sie sind, diese Werte. Wie entscheidend es für das Land ist, dass sich auch Banker und Manager wieder auf sie besinnen. Wie unverzichtbar es ist, dass der Anstand wieder Einzug in die deutschen Familien hält, und der ehrbare Kaufmann zurück an seinen Arbeitsplatz kehrt.</p>
<p>Hinter den Predigten und Appellen verbirgt sich eine aufgekratzte Ratlosigkeit: Woraus besteht denn wohl der Anstand für die Familien? Wie sieht er denn aus, der ehrbare Kaufmann des 21. Jahrhunderts? <span id="more-821"></span>Das weiß man eben nicht so genau. Jedermann weiß, dass man das Finanzamt nicht betrügen soll. Tut man einfach nicht. Aber wenn es jeder heimlich tut, stimmt dann der Grundsatz noch? Gibt es nicht längst einen anderen Comment, wonach jeder das Finanzamt betrügen darf? Niemand würde zustimmen, dass Kinder viel am Computer sitzen und dort spielen sollen. Doch die meisten tun es, und die Eltern dulden es.</p>
<p>Die Auseinandersetzung mit Ethik und Anstand beinhaltet auch immer das Scheitern an den eigenen Maßstäben. Was aber, wenn der Maßstab nur noch die Fassade ist, die das fröhliche und ständige Danebenhauen camoufliert?</p>
<p>Dann ist die Zeit gekommen, sich über neue Maßstäbe zu unterhalten. Nicht mehr darüber, wie wir gern sein wollen. Sondern darüber, wie wir wirklich sind. Ob es uns passt oder nicht: Es ist so weit.</p>
<p>zuerst erschienen auf <a title="Webseite von www.das-tut-man-nicht.de" href="http://www.das-tut-man-nicht.de" target="_blank">www.das-tut-man-nicht.de</a></p>
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		<title>Wo wird der Austausch der Generationen als öffentlicher Diskurs stattfinden?</title>
		<link>http://starke-meinungen.de/blog/2009/11/29/welche-offentlichkeit-braucht-die-gesellschaft/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Nov 2009 11:35:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Weidenfeld</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Welche Öffentlichkeit braucht eine Gesellschaft, um zu funktionieren? Eine kostenlose oder eine bezahlte? Auch wenn sich alle darüber streiten: Das ist zwar eine wichtige, aber leider nicht die entscheidende Frage. Die entscheidende Frage ist, ob eine Gesellschaft noch einen allgemein wahrgenommenen Platz zum Diskurs über ihre Werte, ihre Ziele, ihre Vorbilder, ihre Kultur, ihre Interessen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Öffentlichkeit braucht eine Gesellschaft, um zu funktionieren? Eine kostenlose oder eine bezahlte?</p>
<p>Auch wenn sich alle darüber streiten: Das ist zwar eine wichtige, aber leider nicht die entscheidende Frage. Die entscheidende Frage ist, ob eine Gesellschaft noch einen allgemein wahrgenommenen Platz zum Diskurs über ihre Werte, ihre Ziele, ihre Vorbilder, ihre Kultur, ihre Interessen und ihre Politik braucht. Die klassischen Printprodukte und das Fernsehen stellen diesen Platz zwar noch für Generation Ü40 zur Verfügung, aber kaum noch für die unter Dreißigjährigen. <span id="more-649"></span></p>
<p>Zeitungen und Zeitschriften sind für die älteren bürgerlichen Kreise immer noch maßgeblich, wenn es darum geht, die eigene Position mit oder in Abgrenzung zur journalistischen Arbeit zu schärfen oder zu bestimmen. Für die schlecht Ausgebildeten und materiell schlecht Gestellten gilt das schon lange nicht mehr. Qualitätsmedien sind für die Klugen, aber nicht für die Dummen. Sie sind für die Alten, nicht für die Jungen.</p>
<p>Eine Gesellschaft braucht aber Orte, an denen sich ihre unterschiedlichen Gruppen begegnen, und sei es nur im abstrakten publizistischen Profil. Nur hier werden in einem vor- und nebenpolitischen Raum Positionen formuliert, Interessen abgeglichen. Hier wird Wissen über und gelegentlich auch Verständnis für die Anderen ausgetauscht. Natürlich kann man sagen, dass wir das nicht mehr brauchen.</p>
<p>Man kann argumentieren, dass eine Weltöffentlichkeit der Interessen den Diskurs des realen Gemeinwesens überflüssig macht. Warum aber gibt es dann noch Webseiten auf deutsch, warum soziale Netzwerke, warum die vielen lebhaften Kommentare zur Politik? Weil sie nichts anderes sind als ein moderner Ausdruck für das Bedürfnis einer Gesellschaft nach Austausch. Vielleicht auch für die Ahnung, dass dieser Austausch heute wichtiger ist als je zuvor: Eine Gesellschaft, die auf absehbare Zeit nichts mehr aus dem Zuwachs zu verteilen hat, steht vor einer Zerreißprobe. Zumal die deutsche Gesellschaft, die keine Erfahrung mit solchen Übungen hat. Zumal die deutsche, in der die Interessen der Älteren durch die schiere Zahl immer gewichtiger, die wichtigeren der Jungen durch ihre Unterzahl dagegen die Tendenz haben, an den Rand gedrängt zu werden.</p>
<p>Wie aber sieht der Platz aus, der diese Verbindungen wieder herstellt oder sogar neu schafft? Klar ist, dass er unterschiedliche Gesichter haben muss. Und klar ist auch, dass er nur durch Kooperation zu Stande kommen kann. Die über 40jährigen werden hoffentlich kaum von dem Gefühl ablassen, das sich beim morgendlichen Zeitunglesen einstellt. Die unter 30jährigen werden in der Mehrheit diesem Gefühl vermutlich ihr Leben lang nicht viel abgewinnen können. Trotzdem haben beide Generationen ein Interesse und einen Anspruch darauf, einen angemessenen Ort für ihren Austausch zu finden.</p>
<p>Wer will, dass zwischen Gegenwarts- und Zukunftsinteressen tatsächlich bewusst entschieden wird, muss den Streit darüber so austragen, dass er auch von der jeweils anderen Generation gesehen, gehört und in ihren Diskurs einbezogen werden kann. Diese Bindefunktion kommt längst nicht mehr nur dem klassischen Medienmarkt zu. Sie muss auch von den modernen Medien ernst- und wahrgenommen werden. Es reicht nicht aus, schäbig über vermeintlich überbezahlte Holz-Journalisten zu reden. Genau so wenig sinnvoll ist es, verdruckst über das kostenlose Zitieren von Inhalten zu räsonnieren und doch nur Diebstahl zu meinen.</p>
<p>Wer als Verleger, Medienunternehmer und Journalist seinen gesellschaftlichen Auftrag ernst nimmt, muss sich um die Frage kümmern, ob und wo ein Austausch zwischen den Generationen, zwischen Journalisten und Nutzern stattfinden soll, wo er möglich und wo er überhaupt sinnvoll ist. Er muss den Wert der Unabhängigkeit von Informationen erkennen und (wieder) schätzen lernen.</p>
<p>Daneben ist die Frage, wer wann was bezahlt, zwar für die Verlage und auch für die neuen Medienunternehmer existenziell, aber für die gesamte Gesellschaft ist sie zweitrangig. Die Verlage müssen dafür eine befriedigende Lösung finden. Für die Gesellschaft zählt nur, dass die Öffentlichkeit ihren öffentlichen Platz wieder finden muss, um weiteres Auseinanderdriften gesellschaftlicher Gruppen und Schichten und Isolationstendenzen zu bremsen. Deshalb, und nur deshalb muss das Kriegsbeil begraben werden.</p>
<p>zuerst erschienen in: <a title="Webseite von carta" href="http://www.carta.info" target="_blank">www.carta.info</a></p>
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		<title>Warum wir mit weniger Wachstum so schwer umgehen können</title>
		<link>http://starke-meinungen.de/blog/2009/11/24/die-kreditklemme-exisitiert-und-sie-bedeutet-wachstumsverlust/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Nov 2009 10:03:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Weidenfeld</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Arbeitgeber]]></category>
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		<category><![CDATA[Kreditklemme]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wachstum]]></category>

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		<description><![CDATA[Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt warnt vor einer Kreditklemme. Zu Recht. Viele Unternehmen leiden darunter, dass die Banken ihnen kein Geld mehr borgen, oder die Kredite nur noch zu wesentlich ungünstigeren Konditionen herausrücken. Der Arbeitgeberpräsident will, dass der Staat eingreift und die Banken dazu bewegt, ihr normales Geschäft wieder aufzunehmen. Normales Geschäft? Genau das will der Staat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt warnt vor einer Kreditklemme. Zu Recht. Viele Unternehmen leiden darunter, dass die Banken ihnen kein Geld mehr borgen, oder die Kredite nur noch zu wesentlich ungünstigeren Konditionen herausrücken. Der Arbeitgeberpräsident will, dass der Staat eingreift und die Banken dazu bewegt, ihr normales Geschäft wieder aufzunehmen.</p>
<p>Normales Geschäft? Genau das will der Staat vermeiden, und er muss es auch vermeiden.</p>
<p><span id="more-598"></span>Hier wird  zum ersten Mal sehr deutlich, was es heißt, auf Wachstum zu verzichten und die Banken auf einen seriöseren Kurs zu zwingen: Was im Augenblick die Unternehmen beschäftigt und ärgert, wird in wenigen Monaten die gesamte Gesellschaft umtreiben. Wer  für Kredite im eigenen Haus mehr Eigenkapital halten muss, gibt weniger Kredite. Die Kredite, die er gibt, werden teurer. Das ist ausdrücklich erwünscht: Denn nur so kann die nächste Krise verhindert werden.</p>
<p>Den Preis dafür aber zahlen nicht nur die Banken, die weniger Geschäft machen. Den Preis zahlen die Unternehmen, die weniger und teurere Kredite bekommen. Den Preis bezahlen die Arbeitslosen, für die weniger und langsamer neue Jobs geschaffen werden. Den Preis zahlen die Beschäftigten, deren Arbeitsplätze unsicherer werden und deren Bezahlung stagniert. Den Preis zahlt die Allgemeinheit. Die muss sich darüber verständigen, was sie sich unter diesen Voraussetzungen noch leisten kann und darf. Die Allgemeinheit hat den härtesten Part von allen vor sich.</p>
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